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Nachrichten

Langsam gesprochene Nachrichten – 16.01.2011

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

TUNIS: Nach dem Sturz des tunesischen Präsidenten Ben Ali bleibt die Lage angespannt. Trotz des Ausnahmezustands und einer Ausgangssperre waren in der Nacht in der Hauptstadt Tunis wieder Schüsse zu hören. In einigen Vierteln bewaffneten sich Bürger mit Stöcken und bildeten Milizen, um ihre Häuser vor Plünderern zu schützen. Der neue Übergangspräsident Mebazaa sprach sich für die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit aus, der auch Kräfte der Opposition angehören sollen. Er sagte zu, für Pluralismus und Demokratie einzutreten. Der Verfassungsrat hatte ihn zum Übergangspräsidenten ernannt, nachdem Ben Ali nach wochenlangen Unruhen nach Saudi-Arabien geflohen war. Mebazaa muss nun binnen 60 Tagen Wahlen ansetzen.

BERLIN: Als Reaktion auf die nach wie vor angespannte Lage in Tunesien sind tausende deutsche Urlauber aus dem krisengeschüttelten Land ausgeflogen worden. Die beiden großen Reiseveranstalter TUI und Thomas Cook brachten mit zahlreichen Sondermaschinen Reisende in ihre Heimat zurück. Beide Touristik-Unternehmen sagten zugleich für die nächten Tage alle Flüge in das Land am Mittelmeer ab. Die deutsche Botschaft in der tunesischen Hauptstadt Tunis verstärkte ihr Personal, um durchgehend für deutsche Bürger erreichbar zu sein. Bundeskanzlerin Merkel rief den tunesischen Übergangspräsidenten Foued Mebazaa auf, eine Demokratie aufzubauen. Deutschland und die Europäische Union würden bei einem solchen Neuanfang helfen.

BERLIN: Bundespräsident Wulff hat sich mit persönlichen Briefen an die beiden im Iran inhaftierten deutschen Journalisten der Zeitung "Bild am Sonntag" gewandt. Wie die Zeitung berichtet, will der Bundespräsident im Einvernehmen mit dem Auswärtigen Amt seine Kontakte zu Nachbarstaaten des Irans nutzen, um eine schnelle Freilassung zu erreichen. Die beiden "Bild"-Reporter waren im Oktober im nordwestiranischen Tabris festgenommen worden, als sie versuchten, den Sohn einer zum Tode verurteilten Iranerin zu interviewen.

JUBA: Nach einwöchiger Dauer ist das Referendum über eine Unabhängigkeit des Südsudan zu Ende gegangen. UN-Generalsekretär Ban lobte den weitgehend reibungslosen Verlauf des Referendums, an dem sich etwa 90 Prozent der Südsudanesen beteiligten. Es gilt als sicher, dass sich eine Mehrheit für die Abspaltung des christlich geprägten Südens vom muslimisch dominierten Norden des Sudan ausgesprochen hat.

BRISBANE: Die Zahl der Toten bei der Überschwemmungskatastrophe im Nordosten Australiens ist auf 27 gestiegen. 14 Menschen werden noch vermisst. In der Millionenstadt Brisbane begann derweil das große Aufräumen. Tausende Freiwillige machten sich daran, mit Schaufeln und Schrubbern die Überreste des Hochwassers zu beseitigen. Der Hafen von Brisbane nahm seinen Betrieb wieder auf. In vier australischen Staaten wurden wegen heftiger Regenfälle neue Hochwasserwarnungen herausgegeben.

ATHEN: Westlich der griechischen Insel Korfu ist ein türkischer Frachter gesunken. Ein vorbeifahrender niederländischer Frachter konnte 241 Insassen der "Hasan Reis" aufnehmen. Mindestens 22 Flüchtlinge werden nach Angaben der griechischen Küstenwache vermisst. Experten gehen davon aus, dass Schleuserbanden jeden Monat auf der Route Türkei-Griechenland-Italien tausende Migranten nach Europa bringen.

BERLIN: Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner fordert als Konsequenz aus dem Dioxin-Skandal mehr Bundeskompetenzen bei der Futtermittelkontrolle. Bislang verbiete es ihr das Grundgesetz, die Kontrollen der Länder zu prüfen, sagte Aigner der "Bild am Sonntag". Es könne deshalb nicht sein, dass der Bund politisch haftbar gemacht werde, sobald es in einem Bundesland einen Lebensmittel-Skandal gebe. Unterdessen mussten bundesweit weitere 1000 Landwirtschaftsbetriebe wegen Dioxinverdachts gesperrt werden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden wolkig, aber meist trocken. Sonst längere Aufheiterungen. Am freundlichsten südlich von Main und Mosel. Es bleibt mild mit Tageshöchstwerten um sechs Grad auf Rügen und bis zwölf Grad im Ruhrgebiet.

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