1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Langsam gesprochene Nachrichten – 12.02.2011

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

KAIRO: Nach dem Rücktritt von Präsident Mubarak haben die Ägypter die gesamte Nacht über gefeiert. Nach stundenlangen Triumphgesängen, Autokorsos und Feuerwerk versammelten sich die Menschen auf dem zentralen Tahrir-Platz in Kairo am Morgen zum Gebet. Unklar ist, wie lange die Demonstranten ausharren werden. Nach drei Jahrzehnten Herrschaft hatte Mubarak am Vortag dem Druck der seit Wochen anhaltenden Demonstrationen nachgegeben und seinen Rückzug erklären lassen. Der Oberste Militärrat übernahm die Macht mit dem bisherigen Verteidigungsminister Tantawi an der Spitze.

BERLIN: Der Abgang des ägyptischen Staatschefs Mubarak ist weltweit begrüßt worden. Bundeskanzlerin Merkel sagte, sie wünsche den Ägyptern nun eine Gesellschaft ohne Zensur, Folter und Korruption. US-Präsident Obama erklärte, die Menschen hätten klar gemacht, dass sie nur eine echte Demokratie akzeptieren würden. Dabei rief er das Militär auf, die Rechte des Volkes zu achten und den Weg zu freien und fairen Wahlen zu ebnen. Die EU-Außenbeauftragte Ashton sicherte Ägypten Unterstützung zu.

ALGIER: In der algerischen Hauptstadt sind Tausende schwer bewaffnete Polizisten aufmarschiert, um eine Demonstration gegen die autoritäre Herrschaft von Präsident Bouteflika zu verhindern. Ein Bündnis mehrerer Oppositioneller hatte zu einem Protestmarsch aufgerufen, der von den Behörden verboten wurde. Zur Begründung hieß es, die öffentliche Ordnung müsse geschützt werden. Am Freitag war die Polizei in Algier mit Gewalt gegen eine spontane Freudenfeier zum Rücktritt von Ägyptens Staatschef Husni Mubarak vorgegangen. Nach Oppositionsangaben wurden dabei mehrere Menschen verletzt und rund ein Dutzend festgenommen. Im Schatten der Ereignisse in Tunesien und Ägypten ist der Zorn der Algerier über steigende Lebensmittelpreise, zunehmende Arbeitslosigkeit und fehlende Demokratie immer weiter angewachsen.

ISTANBUL: Im Prozess um einen mutmaßlichen Putschversuch in der Türkei hat ein Gericht in Istanbul die Inhaftierung von 162 ehemaligen Armeeangehörigen angeordnet. Darunter sind auch die früheren Chefs von Marine und Luftwaffe. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, 2003 Anschläge auf Moscheen geplant zu haben, um die Türkei ins Chaos zu stürzen und einen Staatsstreich gerechtfertigt erscheinen zu lassen.

NEW YORK: Deutschland, Brasilien, Indien und Japan haben ihre Forderung nach einer baldigen Reform des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen bekräftigt. Die Struktur des höchsten UN-Gremiums müsse den weltpolitischen Gegebenheiten angepasst werden, sagte der deutsche Außenminister Westerwelle nach einem Treffen mit seinen Kollegen aus Brasilien, Indien und Japan. Die vier Länder streben ebenso wie Südafrika einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat an.

BERLIN: SPD-Chef Gabriel hat eine rasche Lösung im Hartz-IV-Konflikt angemahnt. Die Bundestagsparteien müssten bis zu den anstehenden Landtagswahlen zeigen, dass sie in der Lage seien, Politik zu gestalten und Kompromisse zu finden, sagte Gabriel der "Stuttgarter Zeitung". Zugleich warnte er CDU/CSU und FDP davor, einzelne Themenpakete zum Tabu zu erklären. Wer dies tue, habe offenbar kein Interesse an einer Einigung. Unionsfraktionschef Kauder sagte dem Blatt, die Diskussion über die Erhöhung des Regelsatzes solle beendet werden. Die FDP will nach den Worten ihres Verhandlungsführers Kolb die Mindestlöhne ausklammern.

ISLAMABAD: Ein Gericht in Pakistan hat gegen den früheren Staatschef Musharraf Haftbefehl im Zusammenhang mit der Ermordung der ehemaligen Regierungschefin Bhutto erlassen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft muss der Ex-Präsident binnen einer Woche persönlich vor Gericht erscheinen. Ihm wird vorgeworfen, keine ausreichenden Vorkehrungen getroffen zu haben, um Bhuttos Ermordung zu verhindern. Auf Bhutto war 2007 während einer Wahlkampfveranstaltung in Rawalpindi ein Attentat verübt worden. Im Jahr darauf war Musharraf auf Druck der Regierung zurückgetreten, um einem drohenden Amtsenthebungsverfahren zuvorzukommen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Östlich der Elbe sowie im Südwesten Auflockerungen, teils heiter und trocken. Sonst bei dichteren Wolken zeitweise Regen, Schneeregen oder Schnee. Höchstwerte null bis 13 Grad.

Die Redaktion empfiehlt