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Nachrichten

Langsam gesprochene Nachrichten – 04.02.2011

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

WASHINGTON: Die USA verhandeln mit Vertretern der ägyptischen Regierung über einen sofortigen Rückzug von Präsident Husni Mubarak. Angestrebt werde eine vom Militär gestützte Übergangsregierung, die freie Wahlen vorbereiten solle, verlautete aus der US-Regierung. Ein Szenario sei, dass Mubarak die Macht an seinen neuen Stellvertreter Omar Suleiman übergebe. Mubarak lehnt einen Rücktritt bisher ab. Am Donnerstag sagte der 82-jährige Staatschef dem US-Sender ABC, wenn er jetzt abtrete, werde Chaos ausbrechen. Auf dem Tahrir-Platz in Kairo bereiten sich tausende Regierungsgegner am elften Protesttag auf eine Großkundgebung nach dem Freitagsgebet vor. Die Organisatoren riefen zu einem Sternmarsch auf. Derweil trafen Verteidigungsminister Mohammed Hussein Tantawi und mehrere Generäle auf dem Tahrir-Platz ein.

BRÜSSEL: Die Europäische Union hat einen raschen Dialog zwischen Regierung und Opposition in Ägypten gefordert. Entsprechend äußerte sich die Außenbeauftragte Catherine Ashton zu Beginn des EU-Gipfels in Brüssel. Der neue ägyptische Vizepräsident Omar Suleiman habe in einem Telefonat zugesagt, Gespräche mit den Oppositionsführern zu führen. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, die EU erwarte zudem von den Sicherheitskräften, dass sie für freie und friedliche Demonstrationen sorgten. Die Staats- und Regierungschefs der 27 Mitgliedsstaaten wollen unter anderem erörtern, wie die EU den Veränderungsprozess in Ägypten und auch Tunesien stützen kann. - Weitere Themen sind die Pläne von Merkel und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy für eine Wirtschaftsregierung der Euro-Länder wie auch die Energiepolitik der EU.

RABAT: Eine Gruppe junger Marokkaner hat über das Internetnetzwerk Facebook zu Protesten gegen die Regierung des Landes aufgerufen. Alle Marokkaner sollten am 20. Februar für die "Würde des Volks" und für "demokratische Reformen" auf die Straße gehen, schrieben die Organisatoren der rund 3400 Mitglieder zählenden Facebook-Gruppe. In ihrem Aufruf forderten sie zudem eine Verfassungsreform sowie die Auflösung von Regierung und Parlament. Bei der Organisation der Proteste in Tunesien und Ägypten hatte das Internet eine wichtige Rolle gespielt. - Der marokkanische Regierungssprecher, Khalid Naciri, erklärte, die Regierung nehme die Ankündigung "gelassen" zur Kenntnis. Das Land befinde sich in einem "unumkehrbaren Prozess der Demokratisierung und Öffnung". In Marokko hatten sich in den vergangenen Wochen mehrere Menschen aus Protest gegen soziale Missstände selbst angezündet.

ISLAMABAD: Wegen anhaltender Kämpfe zwischen Soldaten und Aufständischen sind rund 22.000 Pakistaner aus dem Grenzgebiet zu Afghanistan geflohen. Ein pakistanischer Regierungsmitarbeiter und eine Sprecherin des UN-Flüchtlingshilfswerks teilten mit, die Flüchtlinge würden in zwei Lagern mit Lebensmitteln versorgt. Die Armee hatte die Offensive in der Stammesregion Mohmand vor gut einer Woche begonnen, um Extremisten aufzustöbern, denen Bombenattentate zur Last gelegt werden. Mit Unterstützung von Kampfflugzeugen und Hubschraubern wurden nach offiziellen Angaben fast 100 Rebellen getötet. Auch auf der Seite der Armee habe es Verluste gegeben.

MÜNCHEN: Unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen beginnt an diesem Freitag die 47. Münchner Sicherheitskonferenz. Bis Sonntag beraten 350 hochrangige Gäste aus Politik, Wirtschaft und Militär über Fragen der internationalen Sicherheit. Im Fokus stehen dabei auch Themen wie Auswirkungen der Finanzkrise, die Lage in Afghanistan und mögliche Bedrohungen durch die Cyberkriminalität. Neben Bundeskanzlerin Angela Merkel und mehreren Mitgliedern der Bundesregierung werden auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, US-Außenminister Hillary Clinton und der britische Premier David Cameron erwartet. - Die Sicherheitskonferenz ist privat organisiert und kein offizielles Regierungstreffen. Sie gilt aber als wichtiges Gremium, um schwierige Beschlüsse auf internationaler Ebene zu besprechen und vorzubereiten.

LEIPZIG: In der gesetzlichen Krankenversicherung bahnt sich einem Zeitungsbericht zufolge eine der bislang größten Übernahmen der deutschen Nachkriegsgeschichte an. Nach Informationen der "Leipziger Volkszeitung" verhandeln die Techniker Krankenkasse und die KKH-Allianz über einen Zusammenschluss. Das Blatt beruft sich dabei auf gut informierte Kreise der Kassen und der Politik. Die Vorstände hätten sich bereits geeinigt, die Aufsichtsgremien würden in ihren nächsten Sitzungen im März darüber beraten. Durch den Zusammenschluss entstünde die größte gesetzliche Krankenkasse Deutschlands, heißt es weiter. - Die Techniker hat 7,6 Millionen Versicherte, die KKH-Allianz knapp 1,9 Millionen. Bisher ist die Barmer GEK mit 8,6 Millionen Mitgliedern die Nummer eins.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Nordhälfte überwiegend stark bewölkt und teils länger anhaltender Regen. Südlich von Main und Mosel meist trocken und gebietsweise auch sonnige Abschnitte. Höchsttemperaturen drei bis zehn Grad. Am Morgen meldeten: Hamburg: 6 Grad, leichter Regen; Berlin: 7 Grad, Regen; Dresden: 3 Grad, bedeckt; Köln/Bonn: 6 Grad, stark bewölkt; Frankfurt am Main: 3 Grad, stark bewölkt sowie München: 2 Grad, ebenfalls stark bewölkt.

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