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Nachrichten

Langsam gesprochene Nachrichten – 03.02.2011

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

KAIRO: Nach neuen Unruhen hat die ägyptische Armee begonnen, in Kairo eine Pufferzone zwischen Demonstranten und Anhängern von Präsident Mubarak herzustellen. Panzer und Soldaten gingen auf dem Tahrir-Platz in Stellung, um die beiden Lager zu trennen. Nur Stunden zuvor waren auf dem Platz Schüsse aus Schnellfeuerwaffen zu hören. Die verfeindeten Gruppen lieferten sich in der Nacht blutige Scharmützel. Nach einem Bericht des Fernsehsenders Al Arabiya erschossen Mubarak-Anhänger vier Menschen. Im Staatsfernsehen teilte Gesundheitsminister Farid mit, bei den am Mittwoch eskalierten Straßenschlachten seien fünf Menschen getötet und mehr als 830 verletzt worden. Die Regierung bestritt, die Mubarak-Anhänger angestachelt zu haben. Derweil kündigten die Vereinten Nationen an, 350 Mitarbeiter aus Ägypten auszufliegen. Wegen der Krise stieg der Preis für Nordsee-Öl auf 103 Dollar pro Barrel.

BERLIN: Bundesaußenminister Westerwelle hat vor einer weiteren Eskalation der Gewalt in Ägypten gewarnt. Er befürchte im Vorfeld der Freitagsgebete eine Zuspitzung der Lage im Land, sagte Westerwelle im deutschen Fernsehen. Der Minister betonte, die Europäische Union und die USA stimmten sich derzeit eng ab, um die Regierung in Kairo davon zu überzeugen, auf Gewalteinsätze zu verzichten und zu einem friedlichen Dialog zurückzukehren. Dabei gelte es festzulegen, wie der Übergang zur Demokratie in Ägypten gestaltet werden könne, so Westerwelle.

SANAA: In der Hauptstadt des Jemen sind jeweils zehntausende Menschen zusammengekommen, um für oder gegen die Regierung von Präsident Saleh zu demonstrieren. Die Regierungsgegner verlegten ihre Kundgebung vom ursprünglich geplanten zentralen Tahrir-Platz, weil sich dort am frühen Morgen Regierungsanhänger versammelt hatten. Die Regierungsgegner forderten auf Spruchbändern einen Führungswechsel und demokratische Reformen. Sie hatten zu einem "Tag des Zorns" aufgerufen. Unter dem Druck früherer Proteste kündigte Saleh am Mittwoch an, nicht erneut für das Präsidentenamt kandidieren zu wollen. Er wolle das Amt auch nicht an seinen Sohn übergeben. Salehs Amtszeit läuft bis 2013. Er ist seit 1978 an der Macht. Die Hälfte der 23 Millionen Jemeniten lebt unter der Armutsgrenze.

MADRID: Der spanische Baukonzern ACS ist bei seinem Vorhaben, den deutschen Konkurrenten Hochtief zu übernehmen, einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Die Spanier halten nach dem endgültigen Auslaufen eines feindlichen Übernahmeangebots knapp 33,5 Prozent der Hochtief-Aktien, wie ein Sprecher von ACS in Madrid mitteilte. Zuvor war auch die letzte Rücktrittsfrist für Aktionäre abgelaufen. Durch das Überspringen der 30-Prozent-Marke kann der spanische Konzern nach deutschem Recht nun weitere Hochtief-Papiere zukaufen, ohne den Aktionären ein weiteres Pflichtangebot machen zu müssen. ACS hat bereits angekündigt, seinen Anteil an Hochtief auf mehr als 50 Prozent ausbauen zu wollen. Das Management und der Betriebsrat des Essener Unternehmens wehren sich gegen die geplante Übernahme.

BERLIN: Vor dem Spanien-Besuch von Kanzlerin Merkel an diesem Donnerstag hat der Vizechef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Fuchs, vorgeschlagen, statt in nicht-europäischen Ländern verstärkt in ärmeren EU-Ländern um Zuwanderer zu werben. Mit Blick auf die demographische Entwicklung sagte Fuchs dem "Kölner Stadt-Anzeiger", im Jahr 2015 werde es in Deutschland schon 150.000 weniger Auszubildende geben als heute. Staaten wie Spanien oder Portugal hätten dagegen ihrerseits das Problem, dass sie jungen Leuten keine Jobs anbieten könnten. Merkel will das Thema bei ihrer Visite in Madrid ansprechen. Bei den deutsch-spanischen Konsultationen stehen außerdem Fragen der Europa- und Wirtschaftspolitik auf dem Programm.

CANBERRA: Der Wirbelsturm "Yasi" hat in Australien anscheinend nicht so verheerende Schäden angerichtet wie befürchtet. Die Ministerpräsidentin des Bundesstaates Queensland, Bligh, zeigte sich "sehr erleichtert". Bisher gebe es keine Todesopfer. Allerdings sei in der Stadt Tully jedes dritte Haus zerstört. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 300 Kilometern pro Stunde hatte der Zyklon die Küste von Queensland heimgesucht. Er entwurzelte Bäume, blockierte Straßen und deckte Dächer ab. Etwa 170.000 Haushalte waren ohne Strom. Auf dem Festland verlor der Sturm an Kraft, da er dort auf kühlere Luftmassen traf.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Süden und später auch im Nordwesten zunehmend aufgelockert und trocken. Sonst meist bewölkt und zeitweise Regen, in höheren Lagen auch Schnee. Höchstwerte null bis sieben Grad.

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