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Kultur

Langhoff: "Theater haben politische Aufgabe"

Die Berliner Intendantin Shermin Langhoff schreibt dem Theater in der Migrationsdebatte eine wichtige politische Rolle zu. Gleichzeitig fordert sie mehr Zivilcourage und eine stärkere Öffnung Europas für Flüchtlinge.

"30 000 Menschen sterben vor den Grenzen der Europäischen Union. Die Zivilgesellschaft muss einschreiten gegen die Europa einmauernden Eliten", sagte die Leiterin des Maxim Gorki Theaters am Samstag (3.1.) der "Berliner Zeitung" und fand auch weiter deutliche Worte: "An Europas Grenzen werden Kriege geführt. Es gibt Menschen, die vor ihnen fliehen. Wir stellen uns hin und knallen ihnen die Tür vor der Nase zu, schicken sie zurück in den Tod."

In diesem Zusammenhang nimmt die Shermin Langhoff auch die Theaterbranche in die Pflicht. Sie müsse Fragen stellen und sagen, was Sache ist, betonte die 1969 in der Türkei geborene Intendantin. Es sei Aufgabe der Theaterschaffenenden, der Gesellschaft in guter alter Theatertradition einen Spiegel vorzuhalten. Langhoff forderte gerade für eine Stadt wie Berlin mit vielen Zuwanderern eine stärkere Aufklärung und keine Abgrenzung.

Offene Worte

Erst kürzlich hatte die Intendantin einen Offenen Brief von Kulturschaffenden an die Politik und sich selbst auf der Homepage ihres Theaters veröffentlicht. Darin heißt es unter anderem: "Wir verpflichten uns, Lobbyisten der Geschichte, der zum Schweigen Verurteilten und der Verzweifelten zu sein." Und: "Wir verpflichten uns, in unserer Arbeit Öffentlichkeit für die Debatte zwischen Betroffenen, Mehrheitsgesellschaft und Politik herzustellen."

suc/ml (dpa, www.gorki.de)