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Asien

Lange Haftstrafen im Rio-Tinto-Prozess

In China sind vier Manager des australischen Bergbaukonzerns Rio Tinto wegen Korruption zu Haftstrafen bis zu 14 Jahren verurteilt worden. Das Gericht sprach die Angeklagten in allen Punkten schuldig.

Rezeption des Rio-Tinto-Büros in Shanghai mit Rio- Tinto-Schriftzug im Hintergrund (Foto: AP)

Die Rezeption des Rio-Tinto-Büros in Shanghai

Das Gerichtsverfahren fand hinter verschlossenen Türen statt - und liegt bereits mehrere Tage zurück. In der vergangenen Woche wurde den vier Angeklagten in Shanghai drei Tage lang der Prozess gemacht. Das Urteil allerdings wurde erst an diesem Montag (29.03.2010) öffentlich bekannt.

Eingeständnisse auf der Anklagebank

Der australische Generalkonsul Tom Connor in der vergangenen Woche auf dem Weg zum Gericht in Shanghai (Foto: AP)

Der australische Generalkonsul Tom Connor auf dem Weg zum Gericht (am 22.03.)

Korruption und Diebstahl von vertraulichen Wirtschaftsdokumenten: So lauteten die Vorwürfe gegen die Mitarbeiter des Shanghaier Rio-Tinto-Büros. Außerdem sollen die Männer versucht haben, an geheime Informationen über Bergwerke und Stahlhütten in China zu gelangen. Dafür muss der Hauptangeklagte - der Australier Stern Hu - jetzt für zehn Jahre ins Gefängnis, seine drei mitangeklagten chinesischen Kollegen wurden zu Strafen zwischen sieben und 14 Jahren verurteilt. Alle vier hatten im Gerichtssaal Bestechlichkeit eingeräumt, das Ausmaß der Vorwürfe aber zurückgewiesen. Im Juli 2009 waren die Rio-Tinto-Mitarbeiter festgenommen worden. Die Verhaftungen fielen damals mitten in die spannungsgeladenen Verhandlungen über die Eisenerzpreise für 2009. Damals diskutierten die chinesischen Stahlhersteller mit Rohstofflieferanten - darunter Rio Tinto - über Preisnachlässe.

Interkontinentales Politikum

Polizist vor dem Gerichtsgebäude in Shanghai (Foto: AP)

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit: Polizist vor dem Gerichtsgebäude in Shanghai

Wenige Wochen zuvor hatte Rio Tinto die Pekinger Führung verärgert, weil das Bergbauunternehmen einen umfangreichen Einstieg des chinesischen Staatskonzerns Chinalco im letzten Moment abblockte. Und so sorgte der Fall Rio Tinto nicht nur für Wirtschaftsschlagzeilen, sondern barg darüber hinaus auch politische Brisanz. Das Verhältnis zwischen China und Australien kühlte sich im Laufe der vergangenen Monate deutlich ab, mehrfach kam es zu diplomatischen Spannungen. Australien hatte von China immer wieder ein "transparentes Verfahren" gefordert. Der Prozess selbst galt dann als Test für den Umgang des chinesischen Rechtssystems mit ausländischen Unternehmen.

Autorin: Esther Broders
Redaktion: Thomas Latschan

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