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Welt

"Lang lebe eine Welt ohne Minen"

Im vergangenen Jahr wurden mehr als 4000 Menschen Opfer von Landminen, ihr Einsatz hat 2011 wieder zugenommen. Trotzdem hat die Landminenkonferenz einen positiven Auftakt: Finnland verzichtet auf Anti-Personen-Minen.

Minenräumung in Kambodscha (Foto: AP)

In Kambodscha hat die elfte internationale Konferenz gegen Landminen begonnen

Kambodscha ist eines der am stärksten von Landminen betroffenen Länder weltweit. Mittlerweile macht das asiatische Land aber gute Fortschritte bei der Minenräumung und aus seiner traurigen Geschichte ist eine ganze Anti-Landminen-Bewegung erwachsen. Drei gute Gründe warum die elfte Landminenkonferenz ab Montag (28.11.2011) in Kambodschas Hauptstadt Phnom Penh abgehalten wird.

Unmittelbar nach dem Konferenzauftakt ist auch schon die erste positive Nachricht zu vernehmen: Finnland ist das 159. Mitgliedsland, das sich der Ottawa-Konvention anschließt und damit seinen Verzicht auf Anti-Personen-Minen garantiert. Damit müsste sich nur noch Polen, als letztes EU-Land, gegen den Einsatz, den Handel und gegen die Produktion von Minen entscheiden. Der Vorsitzende der Internationalen Kampagne zur Ächtung von Landminen (ICBL), Steven Goose, rechnet mit dem Beitritt Polens im Jahr 2012.

Jedoch entsprechen Worte nicht immer Taten. Zwar haben auch Weißrussland, Griechenland, Türkei und Ukraine das Ottawa-Abkommen ratifiziert, ihre Bestände haben sie aber nach der vierjährigen Frist immer noch nicht vernichtet.

Traurige Bilanz

Landminenopfer (Foto:dpa)

Für die medizinische Behandlung von Landminenopfern fehlt das Geld

Erstmals seit 2004 sind in diesem Jahr weltweit wieder mehr Landminen eingesetzt worden. Dabei wurden 4191 Menschen verletzt oder durch diese Waffen getötet. Dass es zu einem Anstieg von Landminenopfer gekommen ist, ist vor allem den in Afghanistan, Kolumbien und Pakistan operierenden Rebellengruppen zuzuschreiben. Aber auch in Israel und Syrien sind im vergangenen Jahr Personenminen bei Kämpfen zum Einsatz gekommen.

Während diese Länder also lukrative Abnehmer für die Waffenindustrie sind, befürchtet Jacqueline Hansen, Programmmanagerin des Landmine Monitors, den Wegfall vieler Unterstützer der Kampagne gegen Anti-Personen-Minen. Die USA und die EU gehören zu den fünf größten Geldgebern. Durch die andauernde Wirtschaftskrise könnten Mittel für Aktionen gegen Landminen fehlen. Schon jetzt werden nur neun Prozent der gesamten Mittel für Landminenopfer eingesetzt, kritisiert die Managerin. Alarmierend ist auch, dass viele der größten Waffenmächte, wie die USA, China und Russland die Ottawa-Konvention, gegen den Einsatz von Anti-Personen-Minen, nie unterschrieben haben.

Hoffnungsvolle Ausblicke

Präsident von Burundi: Pierre Nkurunziza (Foto:AP)

Burundi ist dank des Ottawa-Minenverbotsvertrages mittlerweile minenfrei

Zwar fehlt Geld für die medizinische Behandlung von Landminenopfern, dennoch haben, die von den 31 Geberländern bereitgestellten 480 Millionen US-Dollar einiges vollbracht: Noch nie zuvor hatte man für die Minenräumung so viel Geld zur Verfügung gestellt. Und noch nie wurden laut dem Bericht der internationalen Kampagne zum Verbot von Landminen (ICBL) so große Flächen von Minen gesäubert wie in 2010. Mindestens 388.000 Minen konnten von insgesamt 200 Quadratkilometern entfernt werden. Der kleine afrikanische Staat Burundi soll sogar komplett minenfrei sein. "Lang lebe eine Welt ohne Minen" zelebrierte Burundis Minister für öffentliche Sicherheit dieses Ereignis. Auch Uganda rechnet sich gute Chancen aus bereits nächste Jahr alle Minen geräumt zu haben.

Obwohl viele Regierungen und Guerillakämpfer weiterhin Anti-Personen-Minen einsetzen, sei der neue Einsatz von Landminen eine Ausnahme, nicht die Norm, heißt es im Monitor-Report.

Autorin: Alina Alpert (dpa, kna, epd)
Redaktion: Sabine Faber