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Top-Thema – Podcast

Landwirtschaft in der Großstadt?

Biogemüse und Fisch in großen Mengen in der Stadt zu produzieren, hört sich ungewöhnlich an. Aber das Verfahren der Aquaponik macht es möglich und ist dabei noch sehr umwelt- und klimafreundlich – eine Idee mit Zukunft?

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Landwirtschaft in der Großstadt? – das Top-Thema als MP3

In Großstädten überall auf der Welt wird sehr viel Energie verbraucht und sehr viel CO2. ausgestoßen. Ein Grund ist etwa der Transport von Lebensmitteln, um die Menschen zu versorgen. 2012 hatten Christian Echternacht und Nicolas Leschke deshalb eine Idee: Mit einem speziellen Verfahren wollten sie Lebensmittel dort produzieren, wo sie am meisten verbraucht werden – in der Stadt. Ecofriendly Farmsystems (EFC) heißt ihre Firma, die nun mitten in Berlin frischen Biofisch und Biogemüse produziert und verkauft.

Das Verfahren der Aquaponik, das die beiden nutzen, ist nicht neu. Mit dem wachsenden Trend des Urban-Farming wurde es jedoch wiederentdeckt und weiterentwickelt. Aquaponik ist eine Wortschöpfung: Aquakultur bedeutet Fischzucht in speziellen Anlagen und Hydroponik ist eine bestimmte Art der Pflanzenzucht. Beides zusammen funktioniert gut, da die Abfallprodukte aus der Fischzucht als Nährstoffe für die Pflanzen genutzt werden können.

Robert Dietrich, Gärtner bei EFC, sagt: „Unsere Gemüsezucht kommt ohne Pestizide aus, weil wir die rein biologische Schädlingsbekämpfung benutzen. Wir haben nützliche Insekten, die die schädlichen Insekten […] auffressen“, so Dietrich. Auch die Fischanlage kommt ohne Antibiotika aus. Und weil die Transportwege zum Kunden kurz sind und die Produkte vor dem Verkauf nicht gekühlt werden müssen, arbeitet die Firma sehr umweltfreundlich und produziert wenig CO².

Rund 1,5 Millionen Euro haben Echternacht und Leschke für ihre Anlage gesammelt. Jetzt versucht Leschke, noch mehr Firmen in Europa von seiner Idee der ECF-Stadtfarm zu überzeugen. Schwer hat er es sicher nicht. Denn es lassen sich schon Betreiber von Supermärkten von ihm beraten, die sich Fisch- und Gemüsezucht auf ihren Dächern wünschen. Aber er hat noch weitere Ideen: „Unser Ziel ist es […] auch, eine Low-Cost-Variante unserer Anlage für Entwicklungsländer aufzubauen.“


Glossar

ungewöhnlich – nicht normal; komisch

Aquaponik (f., nur Singular) – die gleichzeitige →Zucht von Fisch und Pflanzen

etwas aus|stoßen – etwas in die Luft abgeben

jemanden versorgen – jemandem das geben, was er braucht oder haben will

Trend, -s (m.) – die Beliebtheit von etwas für eine bestimmte Zeit

Urban-Farming (n., nur Singular, aus dem Englischen) – die Nutzung von Flächen in einer Stadt für Landwirtschaft

etwas wieder|entdecken – etwas wieder gut finden (und nutzen)

Wortschöpfung, -en (f.) – die Erfindung eines neuen Wortes

Zucht, -en (f.) – hier: (f.) die Pflege von Tieren oder Pflanzen mit dem Ziel, dass ihre Zahl steigt

Nährstoff, -e (m.) – ein Stoff, der für einen Menschen, ein Tier oder eine Pflanze wichtig ist

ohne etwas aus|kommen – etwas nicht brauchen

Pestizid, -e (n.) – das chemische Pflanzenschutzmittel

rein – hier: nur

Schädlingsbekämpfung, -en (f.)– der Prozess, bei dem man mit Hilfsmitteln versucht, Pflanzen von Insekten zu befreien, die ihnen schaden können

schädlich – so, dass es jemandem/etwas schadet

Antibiotikum, Antibiotika (n.) – ein Stoff, der Menschen oder Tiere gesund machen soll

Betreiber, -/Betreiberin, -nen – hier: eine Person, die ein Geschäft besitzt/führt; jemand, der dafür sorgt, dass etwas läuft oder funktioniert

Low-Cost-Variante, -n (f., aus dem Englischen) –etwas, das sich zum Teil von seinem Original unterscheidet und deshalb weniger kostet

Entwicklungsland, -länder (n.) – ein Land, das wirtschaftlich wenig entwickelt und arm ist


Fragen zum Text

1. Was steht im Text?
a) In großen Städten entsteht sehr viel CO².
b) Viele landwirtschaftliche Betriebe sind heute direkt in der Stadt.
c) In Großstädten werden besonders viele Bioprodukte gekauft und verbraucht.

2. Was stimmt nicht? Aquaponik ist …
a) sehr umweltfreundlich.
b) ein ganz neues Verfahren zur Fisch- und Pflanzenzucht.
c) ein Trend, mit dem man in der Stadt landwirtschaftliche Produkte herstellen kann.

3. Die Firma EFC …
a) gibt den Fischen Antibiotika.
b) benutzt keine chemischen Mittel zum Schutz der Pflanzen.
c) nutzt die Pflanzen auch als Nahrung für die Fische.

4. Was ist die richtige Passivform? Das Gemüse …, bevor es verkauft wird.
a) wird nicht kühlen müssen
b) müsste nicht werden gekühlt
c) muss nicht gekühlt werden

5. „Betreiber von Supermärkten werden von ihm beraten.“ Was ist die richtige Aktivform?
a) Er berät Betreiber von Supermärkten.
b) Er wird Betreiber von Supermärkten beraten.
c) Er hatte Betreiber von Supermärkten beraten.


Arbeitsauftrag
In Deutschland gibt es schon länger den Trend, dass Menschen in Großstädten auf Dächern, Balkonen oder im Garten (Nutz-)Pflanzen anbauen. Wo lebt ihr: in der Stadt oder auf dem Land? Habt ihr einen Garten oder einen Balkon? Welche Pflanzen wachsen dort? Oder welche Pflanzen würdet ihr gern haben, wenn ihr einen Garten oder einen Balkon hättet? Sprecht darüber im Kurs.

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