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Europa

Landesweite Schweigeminute für Opfer von Stockholm

Sechzig Sekunden Stillstand: Nach dem Lkw-Anschlag von Stockholm hat das öffentliche Leben in Schweden an diesem Montag um 12 Uhr geruht. Unterdessen nehmen die Ermittlungen Fahrt auf.

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Die Schweden haben der Opfer des Anschlags vom Freitag gedacht

Mit einer landesweiten Schweigeminute hat Schweden der Opfer des mutmaßlichen Terroranschlags in Stockholm gedacht. Bei bewölktem Himmel versammelten sich in der schwedischen Hauptstadt viele Menschen rund um den Tatort und das Rathaus, vor dem Flaggen in den schwedischen Farben Blau und Gelb auf Halbmast wehten. An der Trauerzeremonie nahm neben Ministerpräsident Stefan Löfven und Bürgermeisterin Karin Wanngard fast die gesamte Königsfamilie teil.

Schon am Sonntag hatte es in der schwedischen Hauptstadt eine "Liebeskundgebung" für die Opfer des Anschlags gegeben. In der Nähe des Tatorts versammelten sich am Nachmittag Tausende, um gemeinsam zu trauern. Um 14.53 Uhr, der Uhrzeit des Angriffs vom Freitag, war es auf dem Platz komplett still. Viele der Anwesenden hielten sich an den Händen und weinten.

Schweden Nach dem Anschlag in Stockholm (Getty Images/M. Campanella)

"Liebe für alle, Hass gegen niemanden" - mit solchen Botschaften gedachten in Stockholm Tausende der Opfer

Die Polizei gab derweil weitere Details über den mutmaßlichen Attentäter bekannt. Der 39-jährige Usbeke habe Sympathien für die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) und andere "extreme Organisationen" gezeigt, sagte Polizeichef Jonas Hysing. 2014 habe der Tatverdächtige einen Antrag auf Asyl gestellt, der Ende 2016 abgelehnt worden sei. Nach einer Frist von vier Wochen, in der der Usbeke das Land hätte verlassen sollen, sei der Fall an die Polizei übergeben worden. Zu diesem Zeitpunkt sei der Mann allerdings schon untergetaucht, so Hysing. Premierminister Stefan Löfven zeigte sich angesichts der Erkenntnisse "frustriert".

 

Zweite Festnahme

Derzeit sucht die schwedische Polizei weiter nach möglichen Helfern des mutmaßlichen Attentäters. Man habe "viele Kontrollen durchgeführt und Wohnungen in Stockholm durchsucht", gab die Polizei bekannt. Dabei seien 500 Menschen befragt und mehrere in Gewahrsam genommen worden. Eine weitere Person wurde formell unter Terror- und Mordverdacht festgesetzt. Details zur Identität des Festgenommenen wollte die Staatsanwaltschaft nicht nennen.

Der Verdächtige aus Usbekistan war am Samstag zum ersten Mal verhört worden. Unbekannt ist, ob er sich dabei zu seinem Motiv äußerte. Die Ermittler untersuchten auch einen Gegenstand, der auf dem Lkw-Fahrersitz gefunden worden war. Medien hatten spekuliert, es könne sich um eine Bombe handeln. Die Polizei bestätigte die Berichte nicht. An den schwedischen Grenzen sollen nun zehn Tage lang alle Ausreisenden kontrolliert werden. Außerdem will die schwedische Polizei insgesamt künftig verstärkt Präsenz zeigen.

hk/jj (dpa, afp)

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