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Politik

Land des ewigen Waffenstillstands

Vor 50 Jahren unterzeichneten Nord- und Südkorea nach dreijährigem, verlustreichen Krieg einen Waffenstillstand. Er besiegelte die Trennung zahlloser Menschen, und auch heute ist ein wirklicher Frieden nicht in Sicht.

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Bis heute gilt: Mehr als rüberschauen ist verboten.

Ein vier Kilometer breiter Streifen gespickt mit Stacheldrahtverhauen, bewacht von scharfen Hunden, verbarrikariert mit Panzersperren und Minenfeldern, blockiert durch einen mehrere Meter hohen Drahtzaun mit Wachtürmen alle einhundert bis zweihundert Meter – das ist die Grenze zwischen Nord- und Südkorea. Niemand soll diese beschönigend als "demilitarisierte Zone" bezeichnete Grenze unbemerkt passieren.

Der Ort, wo vor 50 Jahren (27.7.1953) der Waffenstillstand unterschrieben wurde, existiert noch heute. Dort steht in einer Holzbaracke – mitten auf der Demarkationslinie – ein grüner Tisch. Damals saßen sich an der Südseite des Tisches Südkoreaner und US-Amerikaner, an der Nordseite Nordkoreaner und Chinesen gegenüber. Mit dem Waffenstillstand wurde der Korea-Krieg (1950-53) beendet.

Schauplatz des Kalten Krieges

Zweiter Weltkrieg USA Japan

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Grundstein für den Koreakrieg gelegt

Noch vor Ende des zweiten Weltkriegs hatten die USA und die UdSSR beschlossen, die damals japanische Kolonie Korea in zwei Besatzungszonen aufzuteilen. Die Grenze: der 38. Breitengrad. Treuhänder sollten zunächst die beiden Koreas verwalten. Im Norden hatte die Rote Armee das Sagen. Sie unterstützte die Partisanenverbände des späteren Präsidenten Kim Il Sung. Im Süden gab das US-Militär dem aus den USA eingeflogenen Politiker Rhee Syngman Rückendeckung. Drei Jahre nach der Teilung enstand im Süden mit amerikanischer Hilfe die Republik Korea, im Norden mit sowjetischer Hilfe die Demokratische Volksrepublik.

Gleichgewichtiges Kräftemessen

Trotz offizieller Teilung plädierten beide Seiten weiterhin für ein geeintes Korea. Immer wieder kam es zu bewaffneten Provokationen an der Demarkationslinie entlang des 38. Breitengrades. Im Juni 1950 überquerten Nordkoreaner diese Grenze und nahmen wenige Tage später die südkoreanische Hauptstadt Seoul ein. Als Antwort setzten die UN eine Eingreiftruppe aus 21 Nationen unter Führung der USA in Marsch.

Truman erläutert seine Doktrin

US Präsident Harry S. Truman fürchtet kommunistische Invasionen

Der damalige US-Präsident Harry S. Truman sah diesen Angriff als Beweis dafür an, dass die internationale kommunistische Bewegung zu bewaffneten Invasionen gegen unabhängige Nationen bereit sei. Die USA wollten aber nach China kein weiteres Land an den Kommunismus verlieren.

Die Alliierten mit US-General Douglas MacArthur an der Spitze vertrieben die Nordkoreaner aus dem Süden und überschritten ebenfalls völkerrechtswidrig den 38. Breitengrad. Doch wieder wendete sich das Kriegsglück: Die Nordkoreaner, schon bis an die chinesische Grenze zurückgedrängt, bekamen Hilfe aus dem kommunistischen China.

Mao Tse Tung und Stalin

Hilfe von kommunistischer Seite: Mao Tse Tung und Stalin

Im Januar 1951 standen die Nordkoreaner erneut in Seoul. Aber nicht lange, denn es gelang den Alliierten den Feind wieder hinter den 38. Breitengrad zu treiben. Dort verharrten die Kämpfe dann im Stellungskrieg.

Misstrauen auf beiden Seiten

Südkorea Soldat Grenze Nordkorea

Zu beiden Seiten bis an die Zähne bewaffnet

Der Waffenstillstand 1953 beendete zwar den Koreakrieg, ein Friedensabkommen wurde jedoch bis heute nicht geschlossen. Und bis heute geben sich beide Länder unversöhnlich. Immer wieder gab es schwere Zwischenfälle. Bis in die Siebziger Jahre herrschte völlige Funkstille zwischen Nord- und Südkorea. Die Menschen durften sich nicht besuchen, nicht telefonieren und nicht schreiben.

Verhandlungen gehen weiter

Nord und Süd kommen sich langsam näher (April 2003)

Inzwischen haben erste Gesprächsrunden der Staatschefs stattgefunden. Eines der Ergebnisse: Einige der Famlien, die jahrzehntelang auseinandergerissen waren, durften sich treffen. Eine Wiedervereinigung ist aber noch lange nicht in Sicht.

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