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Amerika

Land der Gewalt und des Terrors

Nach Jahrzehnten der Gewalt in Kolumbien einigten sich die Regierung und die Guerrilla-Gruppe FARC in dieser Woche über einen Waffenstillstandsvertrag. Ende April soll er unterzeichnet werden.

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Paramilitärs in Kolumbien

Wenige Stunden später kam die Ernüchterung: Die Rebellen verübten erneut drei Anschläge, bei denen insgesamt fünf Menschen getötet wurden. Ein Beweis dafür, dass es bis zur Beendigung des Guerrilla-Kriegs noch ein langer Weg ist.

Der Friedensprozess in Kolumbien hatte vor drei Jahren bereits denkbar schlecht begonnen: Als der kolumbianische Präsident Andrés Pastrana die Verhandlungen feierlich eröffnete, war der Guerrilla-Chef Manuel Marulanda nicht erschienen. Und auch nach dem Beginn der Friedensgespräche ging die Gewalt weiter: Die FARC-Guerrillas entführten zahlreiche Menschen und verübten weitere Anschläge.

Zugeständnisse

Die Regierung unter Andrés Pastrana machte dennoch ein weiteres Zugeständnis: Sie zog ihre Truppen aus einem Gebiet der Größe Dänemarks im Süden Kolumbiens zurück. Die 16.000 FARC-Guerrilleros übernahmen nun die Kontrolle in dieser "Schutzzone". In San Vicente de Caguán - ihrem Hauptsitz - empfingen sie sogar Besuch ausländischer Politiker.

Dennoch kamen die Friedensverhandlungen nicht voran. In den vergangenen Monaten geriet Präsident Pastrana deshalb zunehmend unter Druck, den FARC ihr Schutzgebiet wieder zu entreißen und sie stärker militärisch zu bekämpfen. Die Verfechter eines härteren Vorgehens gegen die Guerrilla erhielten zusätzliche Argumente nach den Terror-Anschlägen auf New York vom 11. September: Die FARC finden sich unter den 30 Gruppen, die von den USA offiziell als terroristisch eingestuft werden.

"Plan Colombia"

Mit Hilfe der USA war das kolumbianische Militär in den vergangenen Jahren modernisiert worden. Im Rahmen ihres so genannten "Plan Colombia" hat die amerikanische Regierung unter George W. Bush bisher insgesamt 7,5 Milliarden US-Dollar investiert, um in der Andenregion den Drogenanbau zu stoppen - Geld, das dem Militär auch im Kampf gegen die Guerrilla zugute kommt. Denn die FARC finanziert sich zu einem Großteil über Schutzgelder, die sie Koka-Bauern und Drogenhändlern abpresst.