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Aktuell Europa

Lagerfeld unter Verdacht des Steuerbetrugs

Karl Lagerfeld, in Frankreich lebender Doyen der internationalen Modeszene, droht mächtiger Ärger mit der Justiz. Nach einem Medienbericht soll er Steuern in zweistelliger Millionenhöhe hinterzogen haben.

Der Kreativdirektor des französischen Modehauses Chanel, Karl Lagerfeld, soll nach einem Bericht des Pariser Nachrichtenmagazins "L'Express" mehr als 20 Millionen Euro am französischen Fiskus vorbeigeschleust haben. Diese Summe sei in den vergangenen sechs Jahren zusammengekommen, heißt es in der Zeitschrift.

Gegen den 82-jährigen, aus Deutschland stammenden Modemacher liefen Ermittlungen, so "L'Express" weiter. Das Finanzministerium in Paris wollte die Angaben unter Berufung auf das Steuergeheimnis nicht bestätigen. Auch ein Sprecher Lagerfelds kommentierte den Bericht nicht.

Lagerfeld-Modenschau im Oktober im Grand Palais in Paris (Foto: Reuters)

Lagerfeld-Modenschau im Oktober im Grand Palais in Paris

Kompliziertes Firmengeflecht

Die Ermittlungen laufen laut "L'Express" seit 2013. Damals sei Lagerfelds Buchhandlung "7L" überprüft worden, für die wegen eines Defizits von 6,6 Millionen Euro keine Steuern gezahlt worden seien. Zu der Buchhandlung gehöre auch ein Fotostudio mit Sitz in London. Von da aus gebe es wiederum Verbindungen unter anderem nach Irland, das in der EU wegen Steuerdumpings in der Kritik steht, und zu den als Steueroase geltenden Virgin Islands.

Der gebürtige Hamburger Lagerfeld, der stets mit gepudertem Zopf, schwarzer Sonnenbrille und mit Handschuhen auftritt, kann auf eine 60-jährige Karriere in der internationalen Modewelt zurückblicken. Wegen seines stilbildenden Einflusses wird er in der Szene ehrfürchtig "Karl der Große" oder "Modezar" genannt. Lagerfelds Vermögen wird in Medienberichten auf etwa 300 Millionen Euro geschätzt.

wl/ago (afp, archiv)