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Nahost

Lage in Nahost eskaliert

Israel hat am Donnerstag seine Angriffe im Libanon massiv ausgeweitet und eine Seeblockade gegen das Land verhängt. Die israelische Luftwaffe flog Angriffe auf 170 Ziele, es gab Dutzende Tote.

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Israelische Artillerie feuert in den Libanon

Bei den Luftangriffen wurden seit Mittwoch mindestens 47 Menschen getötet und mehr als 100 verletzt, wie Gesundheitsminister Mohammed Dschawad Chalife sagte. Schiitische Milizionäre feuerten unterdessen weitere Katjuscha-Raketen auf Israel ab. Einige davon schlugen mehr als 20 Kilometer südlich der Grenze ein, wie die Streitkräfte bestätigten. Nach Angaben von Sanitätern wurde in Naharija eine Frau getötet, fünf weitere Personen wurden verletzt. Bei einem Raketenangriff auf die nordisraelische Ortschaft Safed wurden am Donnerstag sieben Personen verletzt, eine davon schwer.

Ausweitung der Angriffe beschlossen

Die israelische Regierung beschloss auf einer Dringlichkeitssitzung die Ausweitung der Angriffe auf den Libanon. Die libanesische Regierung müsse einsehen, dass sie für das verantwortlich sei, was im Libanon geschehe. Die Offensive sei auf unbestimmte Zeit angelegt. Ziel Israels ist es, die schiitische Miliz Hisbollah dauerhaft aus dem Südlibanon zu vertreiben und ihr eine Rückkehr in das Grenzgebiet zu Israel zu verwehren.

Libanon nach israelischer Militäroffensive

Zerstörungen im libanesischen Dorf Bazuriyeh

Der israelische Verteidigungsminister Amir Perez erklärte, Israel werde es nicht zulassen, dass die Hisbollah in ihre Stützpunkte zurückkehre. Die libanesische Regierung müsse Truppen an der Grenze stationieren, forderte Perez. Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas sagte, das israelische Vorgehen im Libanon beschwöre einen groß angelegten Nahost-Krieg herauf und rief die Großmächte zum Eingreifen auf. Israel sprach selbst von den schwersten Luftangriffen auf den Libanon seit dem Libanonkrieg 1982. 170 Ziele seien attackiert worden.

Hisbollah droht mit Angriff auf Haifa

Am Flughafen von Beirut schlugen Geschosse in alle drei Start- und Landebahnen ein. Das Hauptterminal wurde nicht getroffen, der Flughafen wurde jedoch geschlossen. Die israelischen Streitkräfte erklärten, der Flughafen sei ein zentraler Umschlagplatz der Hisbollah für Waffen. Er liegt nahe der südlichen Vororte von Beirut, die eine Hochburg der Hisbollah sind. Die Miliz ihrerseits machte am Abend ihre Drohung wahr, die israelische Hafenstadt Haifa mit Raketen anzugreifen. Zwei Katjuscha-Raketen schlugen unweit vom Stadtzentrum ein. Angaben über mögliche Opfer lagen zunächst nicht vor.

Israel nach libanesischem Raketenangriff

Geschockte Israelis nach Raketeneinschlag

In Beirut wurde befürchtet, dass die Israelis auch die Hauptverbindungsstraße zwischen Beirut und Damaskus bombardieren würden. Wegen der Unterbrechung des Luft- und Seeverkehrs ist das Land weitgehend isoliert. Unterdessen traf das libanesische Kabinett zu einer weiteren Beratung über den Konflikt zusammen

Internationale Kritik

Die EU kritisierte das israelische Vorgehen als "unverhältnismäßig". Russland verurteilte die israelischen Angriffe. Die Zerstörung ziviler Infrastruktur im Libanon und den Palästinensergebieten durch Israel sei "weder zu verstehen noch zu rechtfertigen", sagte der Sprecher des russischen Außenministeriums, Michail Kamynin.

Der Iran hat die israelische Militäroperation auf das Schärfste verurteilt und dem Westen vorgeworfen, Israel zu unterstützen. Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad forderte den Westen auf, nicht länger "ein Regime, das in dieser Region unerwünscht ist", zu unterstützen.

UN will verhandeln

Die UN ist unterdessen um eine Eindämmung der Kämpfe bemüht. Ein Sprecher der Vereinten Nationen (UN) teilte am Donnerstag in New York mit, UN-Generalsekretär Kofi Annan werde ein Team von drei Vermittlern in die Region entsendet. Sie sollten sich um eine Entschärfung des Konflikts bemühen und an alle Konfliktparteien appellieren, Zurückhaltung zu üben.

Auslöser der Offensive war die Entführung von zwei israelischen Soldaten durch die Hisbollah am Mittwoch. Die Miliz fordert einen Gefangenenaustausch. (sam)

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