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Politik

Lage in Birma spitzt sich zu

Die Junta in Birma hat angesichts der wachsenden Massenproteste Militär zusammengezogen. Die Demonstranten ignorieren die Drohungen - sie marschieren erneut zu Tausenden auf den Straßen Ranguns.

Mönche und weitere Demonstranten bei einem Protestmarsch am 24.09.2007 (AP Photo/Mizzima news)

Mönche fordern Demokratie

Die Militärregierung verstärkte am Dienstag (25.09.2007) ihre Kräfte in Rangun und schürte Ängste vor einer gewaltsamen Niederschlagung der Proteste. Zahlreiche Armeelastwagen bezogen Position an der Shwedagon-Pagode, die demonstrierenden buddhistischen Mönchen in den vergangenen Tagen als Versammlungsort gedient hatte.

Demonstranten in Rangun (AP Photo/Mizzima news)

Mehrere zehntausend Demonstranten sollen es auch am 25.09.2007 gewesen sein

Südostasiatische Diplomaten berichteten unterdessen, dass in den vergangenen Tagen immer mehr Soldaten in Rangun zusammengezogen worden seien, zum Teil in voller Kampfmontur. Zwei Divisionen des Heeres befanden sich am Dienstag demnach bereits in der Hauptstadt oder waren auf dem Weg dorthin. Üblicherweise bestehen Divisionen aus 10.000 bis 20.000 Soldaten.

Ausgangsverbot in Mandalay und Rangun

Nach tagelangen Protestdemonstrationen von Mönchen hat die Militärregierung in Birma ein Versammlungsverbot erlassen. Außerdem wurde am Dienstagabend in Rangun und der zweitgrößten Stadt Mandalay eine Ausgangssperre von 21.00 Uhr bis 05.00 Uhr morgens verhängt, wie Bewohner berichteten. Das Versammlungsverbot gilt den Angaben zufolge für Gruppen von mehr als fünf Personen. Die Maßnahmen sollen 60 Tage in Kraft bleiben.

Zehntausende Mönche und Zivilisten ignorierten jedoch die Drohungen der Militärjunta und marschierten wieder durch die Straßen der Hafenmetropole Rangun. Augenzeugen schätzten die Zahl der Demonstranten dort auf 50.000. In offener Missachtung des Regimes trugen einige der Zivilisten Plakate mit dem Bild des Unabhängigkeitshelden Aung San und seiner Tochter Aung San Suu Kyi. Die Friedensnobelpreisträgerin leitet die Oppositionspartei und steht seit Jahren unter Hausarrest. "Der Wille des Volkes muss gehört werden!", skandierten einige. Immer mehr Anhänger der Partei der Oppositionsführerin beteiligen sich mit Flaggen und Transparenten an den Protesten.

In Birma herrscht seit 1962 eine Militärdiktatur. Anfänglich vereinzelte Proteste gegen Preiserhöhungen haben sich in den vergangenen Tagen zu Massendemonstrationen mit zehntausenden Teilnehmern ausgeweitet. Die Proteste werden von buddhistischen Mönchen angeführt, die in Birma hohes moralisches Ansehen genießen. In den amtlichen Medien wurde inzwischen eingeräumt, dass die Protestkundgebungen ein landesweites Phänomen seien. (sams)

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