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Asien

Lage im AKW Fukushima I scheint stabiler

Die Kühlungsmaßnahmen der beschädigten Reaktoren zeigen wohl Wirkung. Techniker melden weitere kleine Erfolge. Dafür bleibt die Gefahr der Strahlung hoch. So gibt es erste Nachweise von Radioaktivität in Lebensmitteln

Luftaufnahme des zerstörten Reaktor 4 von Fukushima I (Foto: AP)

Niemand weiß, was in den Reaktoren geschieht

Eine Woche nach der ersten Explosion im Atomkraftwerk Fukushima kämpfen japanische Einsatzkräfte weiter gegen die nukleare Katastrophe. Techniker, Feuerwehrleute und Soldaten versuchen mit allen Mitteln, die schwer beschädigten Reaktoren des Atomkaftwerks Fukushima I zu kühlen, um Kernschmelzen zu verhindern.

Erste kleine Erfolge

Am Samstag (19.03.2011) kamen hoffnungsvolle Botschaften von Seiten der Regierung. Am Reaktor 3 hätte sich die Situation stabilisiert, sagte Regierungssprecher Yukio Edano. Die Kühlung von außen durch Wasserbeschuss zeige Wirkung. In dem Reaktorbecken habe man jetzt mehr Wasser festgestellt.

Japanische Feuerwehr- und Militärfahrzeuge (Foto: AP)

Techniker, Feuerwehrleute und Soldaten im Kampf gegen die nukleare Katastrophe

Armee und Feuerwehr spritzen weiterhin tonnenweise Meerwasser auf die teilweise zerstörten Hüllen der Reaktoren 3 und 4. Gleichzeitig versuchen Techniker, die eigene Kühlung des Atomkraftwerks wieder in Gang zu setzen. Dafür muss zunächst die Stromversorgung wiederhergestellt werden. Stromkabel wurden inzwischen bis zu den Reaktoren 1 und 2 verlegt. Sollten keine Probleme auftauchen, könne das Kühlsystem am Sonntagmorgen ans Stromnetz angeschlossen werden, sagte ein Sprecher der japanischen Behörde für Atomsicherheit. Ob allerdings die Kühlsysteme tatsächlich wieder anspringen, ist nicht absehbar.

Offiziell ein schwerer Unfall

Ein Mitarbeiter des Tsukiji-Fischmarkts in Tokio liest zwischen Fisch-Kisten Zeitung (Foto: AP)

Auf dem größten Fischmarkt Japans, dem Tsukiji-Markt in Tokio, wird kaum noch gehandelt

Nach wie vor macht es die hohe Radioaktivität unmöglich, ins Innere des beschädigten Atomkomplexes vorzudringen. Messgeräte sind längst ausgefallen. Sollte es eine komplette Kernschmelze geben, wird das gesamte Gelände nach Experteneinschätzung so verstrahlt, dass Menschen dort nicht mehr arbeiten können. Die japanische Regierung stufte am Freitag den Unfall von Stufe vier auf Stufe fünf auf der siebenteiligen internationalen Skala hoch. Damit ist Fukushima offiziell ein schwerer Unfall wie im amerikanischen Kraftwerk Three Mile Island (Harrisburg) 1979, wo eine totale Kernschmelze gerade noch verhindert werden konnte.

Inzwischen wurde zum ersten Mal erhöhte Radioaktivität in Spinat und Milch aus der Umgebung des Atomkraftwerks nachgewiesen. Eine akute Gesundheitsgefährdung ist aber nach Regierungsangaben derzeit nicht zu erwarten. Auch im Trinkwasser von Tokio sind Spuren von radioaktivem Jod aufgetaucht. Nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) wurde der Verkauf von Lebensmittelprodukten aus der Präfektur Fukushima gestoppt.

Erde kommt nicht zur Ruhe

Helfer tragen Kisten mit Hilfsgüter für die Opfer des Erdbebens in Japan (Foto: AP)

Hilfsgüter sind per Schiff unterwegs für die Opfer in den Unglücksgebieten

Die vielen Toten bereiten den Gemeinden in den Unglücksgebieten Probleme. Einem Bericht der Zeitung "Yomiuri" zufolge sind die Krematorien überfordert. In den betroffenen Provinzen werde nun überlegt, die Toten zu beerdigen, was in Japan sonst nicht üblich ist, weil es fast nur Feuerbestattungen gibt. Auch der Bau von Baracken für die Überlebenden kommt nur schleppend voran. Weil Benzin und Diesel knapp seien, konnte Baumaterial nicht geliefert werden, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo.

Während Retter fieberhaft versuchen, den Überlebenden zu helfen, kommt die Erde in Japan nicht zur Ruhe. Dem Erdbeben mit der Stärke 9,0 vom vergangenen Freitag sind so viele Nachbeben gefolgt wie nie zuvor. 262 Mal habe die Erde in der Woche danach mit der Stärke fünf oder mehr gebebt, teilte das Meteorologische Institut in Japan am Freitag nach Angaben von Kyodo mit.

Autorin: Pia Gram (dpa, dapd, afp, rtr)
Redaktion: Marion Linnenbrink

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