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Nahost

Lage der Flüchtlinge in Syrien immer schwieriger

Schon bisher waren die Lebensbedingungen syrischer Flüchtlinge deprimierend. Nach Ansicht der Welthungerhilfe wird sie durch den ISIS-Vormarsch noch prekärer. Die Hilfsorganisation stellt sich auf einen Dauereinsatz ein.

Die Arbeit der deutschen Hilfsorganisation Welthungerhilfe in Syrien ist wegen der zunehmenden Gewalt immer schwieriger geworden. Das teilte der Landeskoordinator für Syrien und Türkei, Ton van Zutphen, in Bonn mit. Immer mehr Menschen seien auf der Flucht. Nach seiner Einschätzung brauchen derzeit mehr als zehn Millionen im syrischen Bürgerkrieg dringend Hilfe. Allerdings können die Hilfsorganisationen wegen der anhaltenden Gefechte zwischen den bewaffneten Gruppen einige Gebiete schwer erreichen. Allein dort leben etwa 4,5 Millionen Menschen.

Ton van Zutphen, Landeskoordinator Syrien und Türkei der Welthungerhilfe (Foto: DW)

Ton van Zutphen

Derzeit unterstützt die Welthungerhilfe mehr als 360.000 Menschen in Syrien. Sie rechnet damit, dass sie in Syrien und in der benachbarten Türkei noch mindestens für weitere fünf bis sechs Jahre im Einsatz sein wird. Seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien wurden dort mehr als 150.000 Menschen getötet. Mehr als 2,8 Millionen Syrer wurden vertrieben. Sie leben vor allem in den Nachbarländern Türkei, Jordanien und Irak.

„Christen sind besonders bedroht“

Besonders gefährdet ist nach Darstellung der Hilfsorganisation die Existenz der Christen im östlichen Teil Syriens an der Grenze zum Irak, und zwar wegen der zunehmenden Bedrohung durch die Terrorgruppe "Islamischer Staat im Irak und in Syrien" (ISIS). Die radikalislamische Organisation, die sich inzwischen in "Islamischer Staat" (IS) umgenannt hat, akzeptiert nach Angaben der Welthungerhilfe keine anderen Religionen in den von ihr kontrollierten Gebieten. Sie weite zudem ihre Macht konsequent aus. Auch im Irak flohen die meisten Christen in den letzten Tagen in die Türkei oder in den kurdischen Teil des Irans. "Die IS wird immer stärker" sagte van Zutphen.

Die Vielzahl der bewaffneten Oppositionsgruppen, die sich meist feindlich gesinnt seien, verkompliziere die Verhandlungen im Land. Immer wieder wechsele die Herrschaft der Gruppen in den einzelnen Gebieten, damit verzögere sich die Hilfe für die betroffenen Menschen. Westliche Mitarbeiter könnten in die meisten Regionen aus Sicherheitsgründen nicht mehr reisen. Die Verteilung von Hilfspaketen müsse daher von syrischen und türkischen Helfern übernommen werden.

Lob für die Türkei

Auch die Zahl der syrischen Flüchtlinge im Nachbarland Türkei steige weiter, berichtet van Zutphen. Inzwischen habe die Türkei mehr als eine Million Menschen aufgenommen, von denen mehr als 250.000 in Zeltlagern untergebracht seien. Aufgrund der Hilfe der türkischen Regierung sei die Versorgung gut. Da die Flüchtlinge nicht mit einer baldigen Rückkehr rechnen könnten, müssten jetzt in der Türkei Schulen für syrische Kinder gebaut werden. Van Zutphen sagte: "Wir wollen gerade den Kindern, die in einem Land mit eskalierender Gewalt aufwachsen, helfen, dass ihr Schulbetrieb wiederaufgenommen wird."

am/kle (dpa, epd, kna, www.welthungerhilfe.de)

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