Lagarde: Weltwirtschaft macht Sorgen | Wirtschaft | DW | 30.09.2015
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Wirtschaft

Lagarde: Weltwirtschaft macht Sorgen

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, schaut mit Sorge auf die Weltwirtschaft. Sie sieht gleich mehrere Gründe, dass sich die weltweite Konjunktur deutlich abschwächen könnte.

Lagarde sagte, die Weltwirtschaft sei durch die Abkühlung der chinesischen Wirtschaft geschwächt und mit der zu erwartenden Leitzinserhöhung durch die US-Notenbank drohe ihr ein "Teufelskreis".

Beides, so die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), führe zu Unsicherheit und stärkeren Schwankungen an den Finanzmärkten. Lagarde glaubt, dass sich das messbar in der weltweiten die Wachstumsraten niederschlagen wird. Das globale Wachstum werde in diesem Jahr etwas schwächer ausfallen und auch für das kommende Jahr erwarte sie nur moderate Wachstumszahlen.

Lagarde verwies zugleich auf die "starke Verlangsamung" des Welthandels und den schnellen Verfall der Rohstoffpreise. Dieser belaste die Finanzen der davon betroffenen Schwellenländer. In Asien und Lateinamerika schienen viele der jüngsten Erfolge in Gefahr zu sein. In den Schwellenländer könnten die Wirtschaft das fünfte Jahr in Folge schrumpfen.

Lagarde hält Leitzinserhöhung für "erforderlich und gesund"

Besonders besorgt zeigte sich die IWF-Chefin über die erwartete Leitzinserhöhung in den USA. Damit würden US-Anlagen für Investoren wieder attraktiver und sie könnten ihr Geld aus den Schwellenländern abziehen. Gleichzeitig würde der Kurs des Dollar steigen – das würde dazu führen, dass in der US-Währung gemachte Schulden teurer würden. Dies wiederum könne zu Unternehmenspleiten führen und "zu einem Teufelskreis zwischen Unternehmen, Banken und Staaten", warnte Lagarde.

Die IWF-Chefin machte zugleich klar, dass sie sowohl die Leitzinserhöhung in den USA als auch den Wandel in Chinas Wirtschaft für nötig und erforderlich ansieht, der Wandel sei trotz der Risiken gut für China, gut für die USA und gut für die gesamte Weltwirtschaft. In der kommenden Woche kommen Vertreter von Weltbank und IWF in der peruanischen Hauptstadt Lima zum Jahrestreffen zusammen. Dort soll in der kommenden Woche auch der konkrete Wirtschaftsausblick des IWF für die Weltwirtschaft präsentiert werden.

Bru / Wen (AFP / IMF)