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Kultur

"Lach - grins - gähn"

Jugendliche reagieren sich im Internet ab. Sie nutzen Diskussionforen und Chatrooms, um Aggressionen abzubauen. Dies fand jetzt die Sprachwissenschaftlerin Silke Dormeier vom Seminar für Deutsche Sprache in Köln heraus.

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Freund und Feind treffen sich im Internet

Die Teilnehmer von Chats nutzen die Anonymität des Internets, um persönliche Angriffe auf andere zu starten. "Es ist leicht, anderen Usern gegenüber verletzend zu werden, wenn man selbst nur unter einem Fantasienamen schreibt."

Dormeier untersuchte über mehrere Wochen die Sprache Jugendlicher in Chatrooms, die täglich von privaten Fernsehsendern zu ihren Talkshows angeboten werden. Im Anschluss an die Sendungen stritten die Nutzer heftig über die Themen und Moderatoren. Dabei ließen ihre Redewendungen und Ausdrücke häufig zu wünschen übrig.

Es ist außerdem deutlich geworden, dass die Kinder und Jugendlichen eine Art Sondersprache nutzen. "Charakteristisch sind Worte aus der Comicsprache, wie "lach", "zwinker" oder "schrei." Häufig werden Worte englischen Ursprungs wie "talken" oder "chatten" benutzt, für die es teilweise gar keine deutschen Ausdrücke gibt. Die meisten User sind zwischen 12 und 16 Jahre alt. Und - wer hätte das gedacht - die Mehrzahl von ihnen sind Mädchen.

Treffen in der realen Welt

Eltern können jedoch unbesorgt sein. Im weltweiten Web geht es nicht nur rüpelhaft zu. Im Gegenteil: es gibt auch Jugendliche, die freundlich zueinander sind. Nicht jedes Kind, das viel im Internet chattet, wird zu einem autistischen Computerfreak und pflegt einen rauen Umgangston. Die virtuelle Kommunikation kann sogar dabei helfen, Freunde zu finden. Zwei Schweizer Soziologen befragten 101 Schüler, die täglich mehr als zwei Stunden im Internet surfen. Es stellte sich heraus, dass sich zwei von dreien auch abseits des Bildschirms mit ihren Freunden aus dem Netz treffen. Etwa die Hälfte davon hatten sie via Computer kennen gelernt. Im Vergleich zu ihren traditionellen Freundschaften, beschrieben die Kids Ihre Internet-Bekanntschaften als wesentlich vielfältiger und abwechslungsreicher.