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Aktuell Europa

Labour-Chef Corbyn ignoriert Misstrauensvotum

Fordert der Brexit bereits das nächste politische Opfer? Noch nicht: Zwar haben die Labour-Abgeordneten im britischen Unterhaus ihrem Parteichef Jeremy Corbyn das Vertrauen entzogen. Doch der ignoriert das Votum.

Der umstrittene Oppositionsführer hat eine Misstrauensabstimmung in seiner Fraktion klar verloren. Die Fraktion stimmte mit 172 zu 40 Stimmen gegen Jeremy Corbyn. Durch eine Rücktrittswelle in der Partei nach dem Brexit-Referendum hatte der Labour-Vorsitzende schon mehr als jedes zweite Mitglied seines Schattenkabinetts verloren.

Das Votum der Fraktion wird zunächst keine unmittelbaren Konsequenzen haben, weil es nicht bindend ist. Prompt verkündete der Oppositionschef, nicht zurücktreten zu wollen. "Ich wurde von 60 Prozent unserer Parteimitglieder und Unterstützer demokratisch gewählt, um eine neue Politik zu machen. Ich werde sie nicht durch einen Rücktritt verraten".

An der Basis ist Corbyn zwar sehr beliebt, er hat aber wenige Verbündete im Parlament. Der 67-Jährige hatte bereits erklärt, bei einer Neuwahl für den Vorsitz der sozialdemokratischen Labour-Partei erneut kandidieren zu wollen.

Seit dem Brexit-Votum steht Corbyn unter enormem Druck. Seine Kritiker werfen ihm vor, er habe sich im Wahlkampf vor dem EU-Referendum zu wenig gegen den drohenden Brexit eingesetzt. Außerdem sei er führungsschwach.

rb/jj (afp, ap, dpa, rtr)

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