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Politik & Gesellschaft

Labile Vereinbarung über Waffenruhe

Nach den jüngsten Angriffen auf Israel spricht die Hamas von einer Vereinbarung mit den Israelis über einen Waffenstillstand. Doch das informelle Abkommen scheint bereits zu bröckeln.

Schäden in der israelischen Stadt Beerscheba durch palästinensischen Raketenbeschuss (Foto: wjd)

Nach Tagen der Gewalt soll jetzt Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas herrschen

Islamisten im Gazastreifen haben nach Angaben der dort herrschenden radikalislamischen Hamas eine "indirekte und informelle" Vereinbarung mit den Israelis über eine Waffenruhe erzielt. Das sagte der Vize-Außenminister der Hamas, Gazi Hamad, am Montag (22.08.2011). Zudem hat sich die Hamas bereiterklärt, die Veinbarungen bei anderen Palästinenser-Organisationen durchzusetzen, die für die letzten Angriffe auf Israel verantwortlich sein sollen.

"Dauerhafter Waffenstillstand unmöglich"

Luftangriff auf den Gazastreifen (Foto: dpa)

Israel hatte in den vergangenen Tagen Ziele im Gazastreifen angegriffen

Tatsächlich erklärte inzwischen das palästinensiche Volkswiderstandskomitee (PRC) im Gazastreifen, dass es die Waffenruhe mit Israel ebenfalls einhalten wolle. "Zum Wohle des palästinensischen Volkes werden wir vorrübergehend den Raketenbeschuss stoppen", so die militante Gruppe. Gespräche über einen "dauerhaften Waffenstillstand" mit Israel seien jedoch unmöglich, solange Israel palästinensische Gebiete besetze.

Die israelische Regierung weigert sich bislang, die Angaben zu kommentieren. Die Lage werde genau beobachtet, hieß es lediglich. Zuvor hatte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu eine großangelegte Militäroperation gegen den Gazastreifen ausgeschlossen. Die letzte Offensive dieser Art mit Bodentruppen hatte Israel Anfang 2009 scharfe internationale Kritik eingebracht. Das Ziel, die Hamas zu vertreiben, war nicht erreicht worden.

Dieses Mal beschränkte sich Israel auf Luftangriffe. Der vorerst letzte Angriff wurde am Montag kurz nach Mitternacht registriert. Die Islamisten schossen bis zum Morgen mehrere Raketen Richtung Israel ab, dann kehrte zunächst Ruhe ein. Doch am Montagabend schlugen wieder zwei Raketen südlich der Stadt Aschkelon ein - damit hätten islamistische Extremisten die Zusage einer Waffenruhe gebrochen.

Zerstörtes Auto in der Stadt Beerscheba (Foto: dapd)

Seit Donnerstag feuerten radikale Palästinenser mehr als 100 Raketen auf Israel ab

Die Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern war am vergangenen Donnerstag eskaliert, nachdem bei einer Anschlagserie im Süden Israels acht Menschen getötet worden sind. Als Reaktion darauf hatte Israel in den letzten Tagen Ziele im Gazastreifen angegriffen. Ingesamt forderten die Auseinandersetzungen 24 Tote und mehr als 100 Verletzte.

Leichte Entspannung zwischen Israel und Ägypten

Auch die Beziehungen zwischen Ägypten und Israel wurden erheblich belastet. Bei der Verfolgung der Attentäter, die am Donnerstag im Süden Israels mehrere Anschläge verübt hatten, hatten mutmaßlich israelische Sicherheitskräfte an der Grenze zum ägyptischen Sinai fünf Grenzwächter erschossen. Die Regierung in Kairo verlangte eine formelle Entschuldigung und eine Untersuchung. Vor der israelischen Botschaft in Kairo demonstrierten Tausende Menschen und fordert die Ausweisung des israelischen Geschäftsträgers.

Israels Verteidigungsminister Ehud Barak bedauerte daraufhin, dass es an der Grenze Tote gegeben habe. Dies wies Kairo jedoch als unzureichend zurück. Dennoch wurde die Drohung, den ägyptischen Botschafter aus Tel Aviv zurückzurufen, nicht wahr gemacht. Am Montag gab es auch kaum noch Demonstranten vor der Botschaft in Kairo.

Autorin: Milena Furman (dpa, afpd, rtrd)
Redaktion: Stephan Stickelmann

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