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Kultur

"L.A. Crash" stiehlt "Brokeback Mountain" die Show

Mit dem Oscar für den besten Film ist das Drama "L.A. Crash" die große Überraschung der diesjährigen Verleihung der Academy Awards in Hollywood. "Sophie Scholl" geht leer aus.

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Szene aus L.A. Crash: Don Cheadle ermittelt in einem Mordfall

Plakat: L.A. Crash

"L.A. Crash" gewann auch Oscars für das beste Original-Drehbuch und den besten Schnitt. Die Produktion hat nur 6,5 Millionen Dollar gekostet und beschäftigt sich mit Spannungen zwischen ethnischen Gruppen in Los Angeles. Nominiert für den besten Film waren auch "Brokeback Mountain", "Capote", "Good Night, and Good Luck" sowie "München".

Die für den besten Film nominierten Produktionen waren in diesem Jahr allesamt keine Kassenschlager wie in früheren Jahren, sondern gewagte Geschichten, die vor allem von Charakteren getragen werden. So handelt der Favorit "Brokeback Mountain" von einer Liebesbeziehung zwischen zwei Cowboys. Die nominierten Darsteller Heath Ledger und Jake Gyllenhaal gingen allerdings beide leer aus. Der Regisseur von "Brokeback Mountain", der Taiwaner Ang Lee, erhielt jedoch den Oscar für die beste Regie.

Unter Erwartung

Ang Lee erhält den goldenen Löwen

Ang Lee erhielt in Venedig den "Goldenen Löwen"

"Brokeback Mountain" blieb unter den hochgesteckten Erwartungen. Insgesamt gab es nur drei der acht möglichen Oscars: Neben dem Regiepreis bekam der Western noch Auszeichnungen für das beste Drehbuch nach einer literarischen Vorlage und für die beste Filmmusik.

Auch "L.A. Crash" holte drei goldene Statuen: Bester Film, bestes Original-Drehbuch (Paul Haggis und Bobby Moresco) und bester Schnitt.

Hoffman und Witherspoon vorn

Als beste Schauspieler profilierten sich Philip Seymour Hoffman und Reese Witherspoon mit biografischen Filmen. Der 38-jährige Hoffman wurde für seine Darstellung des exzentrischen US-Schriftstellers Truman Capote ausgezeichnet. Der Film "Capote" beschreibt die kurze, aber entscheidende Phase im Leben des Autors, in der sein Roman "Kaltblütig" entstand. Witherspoon erhielt die goldene Statue für ihre Hauptrolle in dem Film "Walk the Line" über das Leben des Musikers Johnny Cash, dessen Ehefrau die 29-Jährige verkörpert. Für beide Oscar-Gewinner war es die erste Nominierung, sie hatten aber bereits bei den Golden Globes triumphiert.

Deutsche Filmemacher

Die deutschen Filmemacher durften sich in der Oscar-Nacht nur über ihre Nominierungen freuen, denn die Oscars räumten andere ab. Regisseur Marc Rothemund musste sich mit seinem Film über die Widerstandskämpferin Sophie Scholl in der Kategorie bester Auslandsfilm dem südafrikanischen Streifen "Tsotsi" geschlagen geben. Die Hamburger Filmemacherin Ulrike Grote hat mit "Ausreißer" bereits einen Studenten-Oscar gewonnen. Doch bei der Oscar-Gala gewann in der Sparte Kurzfilm der britische Film "Six Shooter" von Martin McDonagh.

Nebenrollen

Berlinale 2006 Syriana | Syriana | Syriana George Clooney

George Clooney in "Syriana"

Bei den Nebendarstellern triumphierten Schauspieler aus Polit-Thrillern: George Clooney und Rachel Weisz. Der 44-jährige Clooney erhielt die goldene Statue für seine Nebenrolle in dem Thriller "Syriana". Der Film beschreibt die Verstrickung amerikanischer Konzerne in Kriege, Verschwörungen und Morde. Weisz bekam den Oscar als beste Nebendarstellerin für den Film "Der ewige Gärtner". An der Seite von Ralph Fiennes spielt die Britin, die am Dienstag ihren 35. Geburtstag feiert, eine Aktivistin, die die Machenschaften eines Pharmakartells in Afrika aufdeckt und dafür umgebracht wird.

Lebenswerk

Im Alter von 81 Jahren wurde der US-Regisseur Robert Altman für sein Lebenswerk mit einem Oscar geehrt. Die rund 3500 Ehrengäste im Kodak Theater spendeten stehend Beifall für den Macher von Filmen wie "MASH" und "Short Cuts". Altman war in seiner Karriere fünf Mal als Regisseur für einen Oscar nominiert, hat aber nie einen gewonnen.

Die Kategorien können sich von Jahr zu Jahr ändern, umfassen jedoch stets Auszeichnungen für den besten Film, den besten Animationsfilm, die beste Regie, die besten männlichen und weiblichen Haupt- und Nebendarsteller, für Drehbuch, Kamera, Ausstattung, Musik und etliche technische Aspekte des Filmemachens. In diesem Jahr wurden für die Spitzenprodukte des Filmjahres 2005 Oscars in folgenden 24 Kategorien (plus Oscar für ein Lebenswerk) vergeben:

Übersicht

  • Bester Animationsfilm: "Wallace & Gromit: Auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen"
  • Beste Darstellerin (Hauptrolle): Reese Witherspoon in "Walk the Line"
  • Bester Darsteller (Hauptrolle): Philip Seymour Hoffman in "Capote"
  • Beste Darstellerin (Nebenrolle): Rachel Weisz in "Der ewige Gärtner"
  • Bester Darsteller (Nebenrolle): George Clooney in "Syriana"
  • Beste Regie: Ang Lee für "Brokeback Mountain"
  • Bestes Original-Drehbuch: Paul Haggis und Bobby Moresco für "L.A. Crash"
  • Bestes adaptiertes Drehbuch: Larry McMurtry und Diana Ossana für "Brokeback Mountain"
  • Beste Kamera: "Die Geisha"
  • Bester Schnitt: "L.A. Crash"
  • Bester Ton: "King Kong"
  • Beste Toneffekte: "King Kong"
  • Beste Filmmusik: "Brokeback Mountain"
  • Bester Filmsong: "It's Hard Out Here for a Pimp" aus "Hustle & Flow"
  • Beste Kostüme: "Die Geisha"
  • Beste Maske: "Die Chroniken von Narnia"
  • Beste Ausstattung: "Die Geisha"
  • Beste Spezial-Effekte: "King Kong"
  • Bester Dokumentarfilm: "Die Reise der Pinguine"
  • Bester kurzer Dokumentarfilm: "A Note of Triumph: The Golden Age of Norman Corwin"
  • Bester kurzer Trickfilm: "The Moon and the Son: An Imagined Conversation"
  • Bester kurzer Realfilm: "Six Shooter"
  • Ehren-Oscar für das Lebenswerk: Robert Altman (Regisseur/Autor)

    (mas)

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