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Fußball

Löws Brandrede

46 Tage nach dem EM-K.o. im Halbfinale gegen Italien hat Fußball-Bundestrainer Joachim Löw mit den Kritikern abgerechnet. Seine Spieler nahm er ausdrücklich in Schutz.

bundestrainer Joachim Löw bei Pressekonferenz in Frankfurt. Foto: Reuters

Bundestrainer Joachim Löw

Bundestrainer Joachim Löw begann ruhig: "Es gab viel sportliche Kritik, welche ich in aller Demut annehme und versuche, daraus Lehren zu ziehen." Dann geriet der 52-Jährige allmählich in Fahrt: "Teile der Kritik halte ich für nicht zielführend, sie ermüden mich." Und schließlich wurde Löw laut: "Ich bin es leid, dass man das, was vorher alles gut war, als Beleg dafür nimmt, warum es nicht klappt. Das trifft mich." Geschlagene 26 Minuten dauerte Löws Brandrede bei der Pressekonferenz vor dem Argentinien-Test, 46 Tage nach dem bitteren K.o. im EM-Halbfinale gegen Italien (1:2). Die Kritiker brächten ihn nicht von seinem Kurs ab, verkündete Löw: "Fakt und grundsätzlich ist auf jeden Fall eines: Unser Weg, den wir eingeschlagen haben, der stimmt."

Keine Hymnenpflicht

Lahm, Schweinsteiger, Klose (v.r.) nach dem verlorenen EM-Halbfinale gegen Italien. Foto: Reuters

Lahm, Schweinsteiger, Klose (v.r.) konnten das Ende ihres EM-Traums kaum fassen

Ausdrücklich nahm Löw seine Führungsspieler wie Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger oder Miroslav Klose in Schutz. Sie hätten "stets das gemacht, was ich von ihnen verlangt habe. Andere Mannschaften mit ihren klassischen Führungsspielern sind lange vor uns nach Hause gefahren".

Überhaupt nicht nachvollziehen kann der Bundestrainer die Kritik daran, dass einige Spieler bei der Nationalhymne nicht mitsingen. "Es gibt beim DFB keine Hymnenpflicht", sagte Löw. Er halte es für fatal, den Spielern unterschwellig den Vorwurf zu machen, sie seien keine guten Deutschen, nur weil sie nicht mitsängen. "Alle Spieler identifizieren sich mit dem Trikot, mit der Nationalmannschaft und mit Deutschland."

"Allein unsere Entscheidung"

Video ansehen 01:21

Die Brandrede von Löw

Als "Respektlosigkeit" bezeichnete der Bundestrainer die Kritik von Markus Babbel. Der Trainer des Bundesligisten 1899 Hoffenheim hatte in einem Interview gesagt, er finde es nicht okay, wie Torwart Tim Wiese im Nationalteam behandelt worden sei. Torwarttrainer Andreas Köpke und Co-Trainer Hansi Flick hatten Wiese darüber informiert, dass er nicht zum Kader für das Spiel gegen Argentinien in Frankfurt gehöre. "Niemand hat gesagt, dass es ein Ausschluss für alle Tage ist", sagte Löw und machte klar, dass sich sein Trainerteam von niemandem hereinreden lasse: "Wie, wann und wo wir das machen, ist unsere Entscheidung."

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