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Confed Cup

Löws Ausflug ins Ungewisse

Der Bundestrainer ist beim Confed Cup in Russland mal wieder als Fußball-Ausbilder gefragt. Die bisherigen Auftritte des jungen Kaders machen Hoffnung, doch bleiben einige Unwägbarkeiten vor dem Abflug nach Russland.

Nicht zu viel erwarten, es ruhig angehen lassen, von Spiel zu Spiel besser werden – so oder so ähnlich könnte das Motto Joachim Löws beim Confed Cup in Russland lauten. Der Bundestrainer setzt beim WM-Probelauf, der für den Weltmeister am Montag mit dem ersten Gruppenspiel gegen Australien beginnt, klare Prioritäten: Zunächst möchte er für das WM-Testturnier nutzen, um im besten Fall drei oder vier Nachwuchskräfte zu entwickeln, die den DFB-Stammspielern in zwölf Monaten beim Unternehmen WM-Titelverteidigung Konkurrenz machen. "Den Confed Cup möglichst erfolgreich gestalten mit Blick auf die Entwicklung der Spieler - das ist die Mission", sagte Löw. "Jeder der Jungen hat einen Traum, in die A-Nationalmannschaft zu kommen. Wir wollen ihnen so viel wie möglich mitgeben, damit sie den Traum verwirklichen können", ergänzte Löws Assistent Marcus Sorg. Allerdings soll das schnellen sportlichen Erfolg nicht ausschließen. Auch wenn der Bundestrainer auf eine offizielle Platzierungsvorgabe verzichtet, betonte er: "Es ist auch unser Ziel, dass wir mit dieser Mannschaft in der kurzen Zeit natürlich gut Fußball spielen."

Talentierter Perspektivkader

Die Zuversicht bei der sportlichen Leitung ist da: "Die Spieler haben gezeigt, dass sie voll motiviert sind und gute Fähigkeiten und Kompetenz haben. Deshalb bin ich zuversichtlich", unterstrich Teammanager Oliver Bierhoff, schränkte aber ein: "Wenn jetzt Gegner wie Chile, Australien und Kamerun kommen, muss man natürlich abwarten, wie die Mannschaft darauf reagiert, auch in schwierigen Momenten, die mal auftreten können." Nach der Absage Leroy Sanés und der Verletzung Diego Demmes reiste ein nur noch 21-köpfiges DFB-Aufgebot am Donnerstagnachmittag in Richtung Sotschi an die Schwarzmeerküste.

Beim letzten Training vor der Abreise hatte Weltmeistercoach Löw seinen Perspektivkader ohne Stars noch einmal im Kreis zusammengeholt und auf das gemeinsame Unternehmen eingeschworen. Die Ansprache war kurz, der Ton konzentriert und ruhig. Löws Zeit war und ist knapp, um mit den vielen Nationalteam-Neulingen Automatismen wirklich zu festigen, Taktikvarianten durchzuspielen und die vielleicht entscheidenden Standardsituationen einzustudieren. Dennoch versprach Emre Can vom FC Liverpool: "Wir werden gut vorbereitet in das Turnier gehen." Helfen soll dabei die mit der sportlichen Leitung ausgehandelte Prämie von 50 000 Euro pro Spieler für den Turniersieg.

Deutschland Fußball Nationalmannschaft | Mannschaftsfoto (picture-alliance/GES/M. Gilliar)

Mit diesen 21 Spielern tritt Bundestrainer Joachim Löw beim Confed Cup an

Löw fühlt sich nach der ersten Woche mit dem neuen Kader, inklusive 1:1 in Dänemark zum Auftakt und 7:0-Kantersieg gegen San Marino sichtbar wohl. Das Auftreten der vielen Nachrücker um die bisher auffälligsten Neulinge Sandro Wagner, Lars Stindl und Amin Younes hat ihm gezeigt, dass sein besonderer Confed-Cup-Plan aufgehen könnte. Wobei natürlich noch ungewiss ist, ob in der Vorrunde gegen den starken Südamerika-Meister Chile oder in einer möglichen K.o.-Runde gegen den mit allen Stars antretenden Europameister Portugal der Entwicklungsstand von Löws zweiter Garde ausreichen wird.

Nach der Ankunft am Schwarzen Meer stehen dem Bundestrainer neben einem öffentlichen Training noch drei weitere Übungseinheiten für den Feinschliff zur Verfügung. Löw nimmt es positiv und genießt mit seinen vier Assistenten einschließlich Weltmeister Miroslav Klose die Rolle als Ausbilder. Eine Qualität, die Löw in den bisherigen elf Jahren seiner Amtszeit stets ausgezeichnet hat.

asz (sid, dpa)

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