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Fußball

Löw: "Ich liebe solche K.o-Spiele"

Deutschland trifft im Halbfinale auf EM-Gastgeber Frankreich. Nach dem Aus von Mario Gomez wird auch Sami Khedira fehlen, vielleicht auch Bastian Schweinsteiger. Ein neuer Plan muss her.

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Geschwächtes DFB-Team voller Tatendrang

Den Start in die Vorbereitung auf das

Halbfinal-Spiel gegen Gastgeber Frankreich

hat sich Joachim Löw sicher anders vorgestellt. Den Sieg am vergangenen Samstag gegen Italien hat der Weltmeister teuer bezahlen müssen: Bastian Schweinsteiger, Mario Gomez und auch Sami Khedira verletzten sich. Das Ergebnis der Kernspin-Untersuchung sorgte nicht gerade für gute Stimmung beim Bundestrainer. "Leider Gottes müssen wir sagen, dass wir doch einige Spieler haben, die angeschlagen sind.

Mario Gomez wird für dieses Turnier ausfallen

, er wird leider nicht mehr eingreifen können", sagte Löw zwei Tage nach dem Halbfinal-Einzug.

Auch Khedira werde beim Halbfinale fehlen.

Hoffnung gebe es aber bei Schweinsteiger, der einen Schlag auf das Knie bekommen hatte. Der Kapitän saß zur Freude seiner Teamkollegen am Montagvormittag schon wieder gut gelaunt auf dem Ergometer. Gemeinsam mit Thomas Müller und Jerome Boateng scherzte er im Fitnesszelt, während die Ersatzspieler eine volle Trainingseinheit absolvierten. "120 Minuten gegen Italien haben nicht nur körperlich, sondern auch psychisch Spuren hinterlassen. Die Mannschaft war nach so einem unglaublichen Abnutzungskampf und dieser Energieleistung natürlich auch ein bisschen müde", berichtete Löw.

Müller als Alternative für Gomez

In den kommenden Tagen gilt die volle Konzentration dem Spiel gegen Gastgeber Frankreich. Die Franzosen hatten am Sonntag gegen das Überraschungsteam aus Island deutlich mit 5:2 gewonnen. "Diese Mannschaft ist sehr, sehr stark. Für mich gehören sie zu den absoluten Favoriten. Sie haben sich mit diesem Spiel noch einmal Selbstbewusstsein geholt", glaubt Löw. "Unabhängig von unserer personellen Situation, wissen wir, was wir tun müssen. Ich freue mich auf das Spiel." Der Trainerstab steht vor allem vor der schweren Aufgabe, adäquaten Ersatz für Gomez zu finden. Der Stürmer spielte bis zu seiner Verletzung eine starke EM und hinterlässt eine große Lücke in der Offensive.

Mario Gomez im Viertefinale gegen Italien. Foto: Reuters

Mario Gomez spielte bis zu seiner Verletzung im Italien-Spiel eine großartige EM, jetzt ist für ihn Feierabend

"Beim letzten Pass in den Strafraum ist Mario Gomez gefährlich. Das ist sicher seine große Stärke. Dazu kommt seine Kopfballstärke, weil er bei Flanken oft an die Bälle kommt. Das wird uns sicher fehlen", bedauerte Löw. Thomas Müller, den der Bundestrainer trotz fehlender Tore noch nicht abgeschrieben hat, könnte eine Alternative im Sturmzentrum sein. Vielleicht werde er aber auch mit zwei Angreifern spielen lassen, sagte der 56-Jährige.

Can oder Weigl vor Debüt

Für die Rolle neben Toni Kroos, der von Löw ein Extralob bekam, stehen Emre Can und Julian Weigl zur Verfügung. Immer wieder hat der Bundestrainer in den vergangenen Tagen betont, wie froh er auch über seine Ersatzspieler sei. Gegen Frankreich könnte nun einer von ihnen sein Debüt bei der Europameisterschaft geben. "Can hat bei uns schon auf mehreren Positionen gespielt. Er ist sehr wuchtig und technisch stark. Emre würde unserem Spiel gut tun", sagte Löw: "Aber Julian Weigl ist auch sehr gut. Er hat eine andere Herangehensweise, ist sehr sicher am Ball, technisch gut und hat viel Übersicht." Löw will sich aber keinen Druck machen und in den kommenden Tagen entscheiden.

Löw weist Kritik zurück

Bundestrainer Löw beim Training mit der Nationalmannschaft. Foto: Reuters

Löw (r.) muss eine Lösung für das Halbfinale finden

Trotz angespannter Personalsituation sieht der Weltmeister-Coach gute Chancen für das Erreichen des Finales in Paris am kommenden Sonntag. Ohnehin strahlt Löw schon seit Wochen Gelassenheit und Ruhe aus, die sich auch auf die Spieler überträgt. Nicht einmal die massive Kritik des TV-Experten Mehmet Scholl an der taktischen Ausrichtung der DFB-Elf im Spiel gegen Italien bringt Löw derzeit aus der Fassung. Scholl hatte neben der Taktik auch Chef-Scout Urs Siegenthaler kritisiert. "Das Medienrauschen habe ich mitbekommen", sagte der Bundestrainer. "Bei der taktischen Grundordnung kann man auch anderer Meinung sein, klar. Man kann immer diskutieren. Was ich äußerst negativ finde, ist, wenn man wertvolle Mitarbeiter von mir in meinem Stab persönlich angreift. Das finde ich nicht in Ordnung."

Die Gelassenheit des Trainers ist vielleicht der momentan größte Vorteil, den die Nationalmannschaft besitzt. Da ist es auch egal, wenn der Gegner - ob Italien oder jetzt Frankreich - einen großen Namen hat. "Super, dass es solche Spiele gibt", sagte Löw. "Ich liebe solche K.o.-Spiele gegen solche Mannschaften."

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