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Fußball

Löw fordert von EM-Spielern Kampfgeist

Bundestrainer Joachim Löw mahnt vor dem Beginn der EM in Frankreich deutsche Fußballtugenden an. Ob und wann er Kapitän Bastian Schweinsteiger spielen lassen wird, lässt der Weltmeistertrainer offen.

Bloß kein Schlendrian. Bundestrainer Joachim Löw hat bei seinen Fußball-Nationalspieler eine Woche vor dem EM-Auftakt Eigenschaften eingefordert, die gemeinhin als "deutsche Fußballtugenden" gelten. "Wir sind eine Mannschaft, die sich in den vergangenen zwei Jahren sehr stark auf ihre fußballerischen Fähigkeiten verlassen hat. Wir müssen aber andere Elemente, die wir schon mal hatten, wieder mehr einfließen lassen und zeigen", forderte Löw im Interview mit dem Fachmagazin "Kicker". Das seien "die kämpferischen Elemente, die Organisation und defensives Denken und Verhalten", erläuterte der Weltmeister-Trainer: "Da müssen wir uns steigern. In dieser Hinsicht sind wir noch nicht da, wo wir während des Turnieres 2014 waren." Mit dem EM-Trainingslager in Ascona zeigte sich Löw zufireden. Er habe am Lago Maggiore in der Mannschaft "eine gute Intensität und Mitarbeit" sowie "eine gute Mischung aus Anspannung und Entspannung" gespürt.

Richtiger Zeitpunkt

Löw äußerte sich im "Kicker" auch zu einigen in der Öffentlichkeit kontrovers diskutierten Personalien wie die Berufung des angeschlagenen Kapitäns Bastian Schweinsteiger oder des zuletzt nur noch selten überzeugenden Lukas Podolski. Nicht nur die sportliche Leistungsfähigkeit zähle, sondern auch andere Aspekte spielten eine Rolle, sagte der 56 Jahre alte Bundestrainer: "Disziplin, Hartnäckigkeit, Ausdauer, Toleranz - auch Frusttoleranz, wenn man nicht spielt." Im Falle Schweinsteigers, der am Samstag beim 2:0 im letzten

EM-Test gegen Ungarn

ein Kurz-Comeback gegeben hatte, gehe es darum, "den richtigen Zeitpunkt" für seinen Einsatz zu finden: "Ich will auch nicht, dass er nach drei, vier Spielen in ein Loch fällt, was ganz normal wäre nach solch einer Verletzung [Innenband-Anriss im rechten Knie - Anm. der Redaktion]."

Löw und Schweinsteiger vor dessen Kurz-Einsatz beim EM-Test gegen Ungarn. Foto: Getty Images

Bastian Schweinsteiger (r.) spielte beim letzten EM-Test gegen Ungarn gut 20 Minuten lang

Neulinge sollen Druck hoch halten

Eine zentrale Rolle in Löws Planung spielt Mesut Özil, den der Bundestrainer als klassischen Spielmacher sieht. "Mesut ist auf der Zehn in diesem Jahr so stark, wie er vielleicht 2012 und 2013 war", findet Löw. "Jetzt ist er für die Mannschaft am wertvollsten, wenn er in der Zentrale spielt." Die Rolle der Neulinge Leroy Sané, Joshua Kimmich und Julian Weigl beschrieb der Nationaltrainer so: "Ich erwarte, dass sie das Trainingsniveau hochhalten und Druck auf die etablierten Spieler ausüben." So könne Kimmich auf mehreren Positionen eingesetzt werden, unter anderem als rechter Verteidiger. Sané sei in der Lage, Mitspieler wie Özil, Mario Götze oder Toni Kroos im richtigen Moment in Szene zu setzen: "Er ist der Spieler, der extrem in gute Laufwege investiert und dadurch auch Räume für andere Spieler schafft."

"Ich jage keine Rekorde"

Joachim Löw ist neben dem

Türken Fatih Terim

der erste Trainer, der bei drei EM-Turnieren in der Verantwortung steht. "Eigentlich bedeutet mir das nicht so viel, ich jage keine Rekorde. Auf persönliche Statistiken lege ich keinen großen Wert", sagt Löw. Er lege Wert auf andere Dinge: "Es war als Trainer immer mein Anspruch, einzelne Spieler und die gesamte Mannschaft zu entwickeln. Die Königsdisziplin von allem sind die Turniere." Am Dienstag bezieht die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ihr EM-Quartier in Evians-les-Bains am Genfer See. Das erste EM-Vorrundenspiel steht dann am Sonntag in Lille gegen die Ukraine an (Anpfiff 21 Uhr, ab 20.45 Uhr im DW-Liveticker). "Die Ukrainer sind extrem diszipliniert in der Defensive, haben vorn sehr schnelle Spieler und sind entsprechend konterstark", warnt Löw. "Uns erwartet ein widerstandsfähiger Gegner."

sn/asz (Kicker, sid, dpa)

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