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Fußball

Löw erwartet Schlagabtausch gegen Österreich

Deutschland gegen Österreich, das etwas ungleiche Bruderduell. Obwohl die DFB-Elf klarer Favorit ist, verspricht die Partie Spannung. Denn für Österreich geht es in der EM-Qualifikation schon um alles.

Bundestrainer Joachim Löw (Foto: AP)

Eigentlich geht es am Freitagabend (03.06.2011) in Wien um wichtige Punkte für die EM-Qualifikation, eigentlich. Aber tatsächlich drehte sich vor dem Spiel gegen Österreich im Lager der Deutschen Nationalelf alles nur um ein Thema: Manuel Neuers Wechsel zum FC Bayern München. Wochenlang zogen sich die Verhandlungen zwischen Neuers bisherigem Club FC Schalke 04 und den Bayern hin, was negative Auswirkungen auf die Leistung des Nationaltorhüters hatte.

Torwarttrainer Andreas Köpke und Torwart Manuel Neuer (Foto: AP)

Im Fokus: Torhüter Neuer (r.) nach seinem Wechsel zu Bayern

Die Erleichterung, dass es nun endlich geklappt hatte mit dem Wechsel, war ihm daher anzumerken. "Ich bin froh, dass wir jetzt an dem Punkt angelangt sind, an dem ich verkünden kann, dass ich ab diesem Sommer für den FC Bayern München spielen werde und mich auch richtig darüber freue", sagte Neuer, auch wenn die Freude etwas verhalten klang. Denn Deutschlands Nummer 1 verließ damit auch seinen Heimatverein Schalke 04, für den er seit 1991 kickt und wo er alle Jugend-Mannschaften durchlief. Deshalb vergaß er in der Vorbereitung auf das EM-Qualifikationsspiel nicht zu erwähnen, "dass ich vielen Leuten auf Schalke dankbar bin und natürlich auch den Fans, die mich über viele Jahre lang so toll unterstützt haben".

DFB bisher mit "weißer Weste"

Dass man sich im Lager des DFB so sehr der Personalie Neuer widmen kann, hat einen simplen Grund: Die Qualifikation zur Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine ist fast schon sicher. Die Bilanz ist makellos: fünf Spiele, fünf Siege. Zurücklehnen kommt für Bundestrainer Joachim Löw aber nicht in Frage. Er fordert Einsatz gegen Österreich, denn er befürchtet einen echten "Schlagabtausch" und ein "Spiel auf Biegen und Brechen".

Michael Ballack (M.) trifft zum 1:0 für Deutschland bei der EM 2008 (Foto: AP)

Ballack (M.) trifft zum 1:0 für Deutschland bei der EM 2008 - eine schmerzliche Erinnerung für Österreich

Gefährlich wie ein angeschlagener Boxer seien die Österreicher, sagt Löw, der noch um den angeschlagenen Khedira bangt. Bisher steht die Elf von Trainer Dietmar Constantini nur auf Platz vier der Tabelle und somit außerhalb der Qualfikationsränge eins und zwei. Österreich, das mit den vier Bundesliga-Profis Emanuel Pogatetz , Christian Fuchs, David Alaba und Martin Harnik aufläuft, will die Hoffnung aber nicht aufgeben und sich nach Kräften wehren.

Öst erreichische Hoffnung auf den Geist von Córdoba

"Die werden das nicht einfach herschenken, sondern die werden hochmotiviert versuchen, uns zu schlagen", erwartet Lukas Podolski. "Auch wenn sie keine Chance haben auf die Euro, werden sie alles versuchen, um gegen uns zu gewinnen." Der deutsche Offensivspieler dürfte dabei vielleicht an jenen 21. Juni 1978 gedacht haben – ein Datum, dass jeder österreichische Fußball-Fan auswendig kann. Denn an diesem Tag gewann das kleine Österreich gegen den großen Nachbarn – und das bei einem WM-Spiel im argentinischen Córdoba.

"Tor! Tor! Tor! Ich werd' verrückt! Krankl schießt ein, 3:2 für Österreich", kommentierte, nein, schrie der österreichische Reporter Edi Finger damals in sein Mikro und das Spiel wurde wenig später in der Alpenrepublik zum "Wunder von Córdoba" stilisiert. So unvergessen Fingers Reportage von damals ist, so unerreichbar scheint eine Wiederholung jenes "Wunders" für Österreich heute. Denn der letzte österreichische Sieg gegen Deutschland ist bereits 25 Jahre her.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Österreich: Gratzei - Klein, Scharner, Potgatetz, Fuchs - Ekram Dag, Baumgartlinger, Junuzovic, Alaba - Harnik, Janko´

Deutschland: Neuer - Lahm, Friedrich, Hummels, Schmelzer - Khedira (Rolfes), Kroos - Müller, Özil, Podolski - Gomez

Autor: Joscha Weber

Redaktion: Martin Schrader

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