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Confed Cup

Löw-Elf erkämpft Unentschieden gegen Chile

Beim Confed Cup in Russland zeigt Südamerika-Meister Chile dem deutschen Perspektivteam die Grenzen auf. Die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw spielt effektiv - und hat nun beste Chancen auf den Halbfinal-Einzug.

Mit etwas Glück und großem Kampfgeist hat der Nachwuchs der deutschen Weltmeister die Feuerprobe gegen heißblütige Chilenen bestanden. Das junge Perspektivteam von Bundestrainer Joachim Löw stieß mit einem 1:1 (1:1) gegen den technisch und körperlich überlegenen Südamerikameister die Tür zum Confed-Cup-Halbfinale auf. Ein Punkt im letzten Gruppenspiel gegen Kamerun am Sonntag in Sotschi (Anpfiff 17.00 Uhr MESZ, ab 16.45 Uhr im DW-Liveticker) reicht sicher zum Einzug in die Vorschlussrunde der Mini-WM in Russland. Nachdem Alexis Sanchez Chile früh in Führung gebracht hatte (6. Minute), gelang Lars Stindl noch vor dem Pausenpfiff der Ausgleich (41.). "Wir wussten, dass die Chilenen mit viel Power spielen. Wir haben ihnen Paroli geboten und uns das Unentschieden verdient", sagte der Torschütze nach dem Spiel in der ARD.

Schnelle Führung für Chile

In der ersten Halbzeit zeigte die chilenische Mannschaft, dass sie nicht umsonst auf Platz vier der Weltrangliste steht. Arturo Vidal und Co. setzten das deutsche Team von Beginn an unter Druck. Bundestrainer Löw hatte im Vergleich zum 3:2-Auftakterfolg gegen Australien im Tor Marc-André ter Stegen anstelle Bernd Lenos aufgestellt. Zudem rückten Matthias Ginter, Niklas Süle und Emre Can in die Mannschaft, in der Offensive spielte Stindl als einzige Sturmspitze - ohne Sandro Wagner. Löws Mannschaft geriet früh in Rückstand: Nach einem Fehlpass von Weltmeister Shkodran Mustafi spielte Vidal den Ball auf Alexis Sanchez, der flach aus sieben Metern ins linke Ecke traf. Ter Stegen war ohne Chance, Chile lag mit 1:0 (6.) vorn und verdiente sich die Führung in der Folge mehr als redlich. Nach einem weiteren Fehler Mustafis prüfte Marcelo Diaz den deutschen Keeper mit einem Flachschuss von der Strafraumgrenze, ter Stegen war zur Stelle (13.). In der 20. Minute wäre der deutsche Torwart machtlos gewesen: Ein Schuss des früheren Hoffenheimer Bundesliga-Profis Eduardo Vargas aus gut 20 Metern krachte an die Latte. Das 2:0 lag in der Luft. Die deutsche Abwehr wirkte in dieser Phase überfordert, im Mittelfeld blieben Kapitän Julian Draxler und der gegen Australien noch so starke Leon Goretzka zunächst blass. So fiel der Ausgleich fast wie aus dem Nichts, nach dem ersten wirklich gelungenen Angriff des deutschen Teams: Emre Can schickte mit einem Traumpass Jonas Hector steil, der im Strafraum von links scharf nach innen passte und Stindl fand, der den Ball aus fünf Metern zum 1:1 (41.)-Pausenstand in die Maschen drosch. Für den Mönchengladbacher Stindl war es der zweite Treffer beim Confed Cup.

Lars Stindl drückt den Ball zum 1:1 über die Linie. Foto: dpa-pa

Deutschlands einzige Sturmspitze Lars Stindl (2.v.l.) drückt den Ball zum 1:1 über die Linie

Auch im zweiten Durchgang blieb Chile zunächst die tonangebende Mannschaft, die deutsche Defensive stand nun jedoch deutlich sicherer. Ein Schuss von Mauricio Isla vom Strafraumeck zischte knapp über das Tor (55.), ebenso einige Minuten später ein Kopfball Vidals (59.). Nach etwa einer Stunde ließ der Druck der Südamerikaner nach, ihnen schienen langsam, aber sicher die Kräfte zu schwinden. Wieder war es Stindl, der die erste torgefährliche Aktion der Löw-Truppe abschloss. Chiles Torwart Johnny Herrera musste sich strecken, um Stindls Flachschuss aus spitzem Winkel zu parieren (73.). In der Schlussphase geschah nichts Aufregendes mehr. "Wir wussten, was auf uns zukam. Chile ist eine bärenstarke Mannschaft", bilanzierte Kapitän Draxler nach dem Abpfiff. "Aber am Ende waren wir auf Augenhöhe." Auch Joachim Löw war zufrieden: "Die Mannschaft hat eine große Widerstandsfähigkeit bewiesen." Zum ersten Mal in seiner Karriere als Bundestrainer verzichtete Löw komplett auf Auswechslungen.

Remis zwischen Kamerun und Australien

Im anderen Spiel der Gruppe B hatte zuvor Kamerun, am Sonntag Deutschlands letzter Gruppengegner, den ersten Sieg beim Confed Cup leichtfertig verspielt. Gegen Australien kam der Afrikameister in St. Petersburg trotz Führung und guter Chancen nur zu einem 1:1 (1:0)-Unentschieden. Andre-Frank Zambo Anguissa (45.+1) erzielte vor gut 35 000 Zuschauern die Führung für Kamerun. Australiens Kapitän Mark Milligan glich in der 60. Minute per Foulelfmeter aus.

Wenn Sie noch einmal in das Spiel der deutschen Mannschaft gegen Südamerika-Meister Chile eintauchen wollen, können Sie hier im DW-Liveticker nachlesen:

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