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Kultur

Löffel hoch zum Deutschen Suppentag

Die Suppe ist Kulturgut. Dennoch macht sich das "Deutsche Suppen-Institut" Sorgen um Langeweile in Deutschlands Kochtöpfen. Für andere ist die Suppe als Spiegel zur Seele.

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Japanische Nudelsuppe

"Die Suppe hat viele Gesichter", versichert das Suppen-Institut auf seiner Homepage. Tomatensuppe, Fischsuppe und Gulaschsuppe seien "geschmacklich nicht zu vergleichen", heißt es. 1.430 Kreationen auf Wasserbasis sind im "Internationalen Küchen-Lexikon" verzeichnet. Kaum ein Winkel in der Welt, wo nicht den Süppchen gefrönt würde. In Deutschland wurden im vergangenen Jahr über 100 Teller Suppe pro Kopf verzehrt. Doch nicht einmal jede zweite Tellerportion wurde selbstgekocht. Über die Hälfte der Suppen kommt aus der Tüte: 300.000 Tonnen aus der Fabrik.

Phantasielosigkeit in deutschen Terrinen

Zugleich schlägt die Löffel-Fraktion Alarm. Langeweile in Deutschlands Suppenschüsseln. Ganze fünf Suppen fanden die Feinschmecker von "Time & Life" zwischen Flensburg und Bodensee erwähnenswert. "Nicht viel mehr als zehn verschiedene Suppen stehen auf dem Programm des häuslichen Speiseplans", warnen die Suppen-Zähler aus Bonn. Hausfrauen wie Hausmänner hätten "verlernt, eine gute Suppe herzustellen, und auch die Profi-Köche entwickeln keine überschäumende Phantasie, wenn es um die Suppe geht", stimmen sie Klage an. Allerdings ist die Jugend Anlass für Hoffnung: Kinder würden eine Suppe jeder Pizza, jeder Pommes und jedem Fischstäbchen vorziehen, behaupten die Suppe-Smutjes.

Samstag ist Suppentag

Suppenteller mit Löffel

Nach Autowäsche und Fußball-Bundesliga schätzen 80 Prozent der Bundesbürger zum Abendessen eine Brühe. Im Osten wird sogar fast einheitlich zum Löffel gelangt: Quote 90 Prozent. Unter der Woche will dagegen nur jeder dritte eine Suppe essen. Hartgesottene füllen sich jedoch schon zum Frühstück (1 Prozent), am Vormittag (1 Prozent), am Nachmittag (2 Prozent) oder am späten Abend (3 Prozent) den Teller mit einer guten Suppe.

Suppe als Fenster zur Seele

Zu schnöde wäre es indes, Suppen als flüssige Nahrungsmittel zu diffamieren. Die Lieblingssuppe eines Menschen sei "wie ein Fenster zu seiner Seele", zitiert das Deutsch Suppen-Institut Brian Wansink, Professor für Ernährung und Marketing an der Universität von Illinois. Die Tomatensuppen-Liebhaber sind ganz andere Typen: Sie sind, so weiß die Wissenschaft, gut informiert, große Tierliebhaber und lesen viel. So ist die Gemüsesuppe oder Minestrone ganz besonders bei Frauen beliebt. Die Menschen, die diese Suppe lieben, mögen es, auszugehen und neue Dinge zu entdecken. Auch viele Kirchgänger stehen auf die vegetarische Variante der Suppenküche. Eine kleinere Gruppe, hauptsächlich Männer, liebt scharfe Fleischsuppe und betrachtet sich selbst als Partygänger und starken Sportler.(pf)

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