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Asien

Längste Sonnenfinsternis des Jahrhunderts

Am frühen Morgen hat eine Sonnenfinsternis Teile Asiens für mehrere Minuten in Dunkelheit versinken lassen. Eine so lange totale Sonnenfinsternis erwarten Astronomen erst wieder in 123 Jahren.

Frau in Hongkong betrachtet mit Spezialsonnenbrille die Sonnenfinsternis (Foto: AP)

Die totale Sonnenfinsternis versetzte Millionen Menschen in Verzückung

Millionen Menschen in ganz Asien haben am Mittwochmorgen (22.07.2009) das seltene Naturschauspiel bestaunt. Die totale Sonnenfinsternis begann vor der Westküste Indiens. Um 5.28 Uhr Ortszeit (1.58 Uhr MESZ) schob sich über dem Arabischen Meer der Mond vor die Sonne.

Das Himmelsspektakel zog dann in einer Breite von 258 Kilometern allmählich in Richtung Osten weiter. Nach den Berechnungen der Astronomen hatte der Korridor eine Länge von 15.000 Kilometern.

6 Minuten und 39 Sekunden

Sonnenfinsternis in China (Foto: AP)

9.16 Uhr (Ortszeit) in Chongqing im Südwesten Chinas

Zu sehen war die Sonnenfinsternis neben Indien auch in Nepal, Bhutan, Bangladesch und Birma sowie in Teilen Chinas und Japans. Das Schauspiel dauerte je nach Standort unterschiedlich lange. Das Maximum wurde mit sechs Minuten und 39 Sekunden über dem Pazifik erreicht. Die nächste noch längere totale Sonnenfinsternis wird erst für das Jahr 2132 erwartet. Mehrere Fernsehsender übertrugen die Bilder von der Sonnenfinsternis live

Das Himmelsereignis rief bei den Bewohnern der betroffenen Staaten die unterschiedlichsten Reaktionen hervor. Von Neu-Delhi hob ein Sonderflug Richtung Osten ab, um den Fluggästen eine direkte Beobachtung der Finsternis zu ermöglichen. Die 21 Sitzplätze der Boeing 737-700 auf der Sonnenseite wurden für 79.000 Rupien (rund 1200 Euro) verkauft. In der heiligen indischen Stadt Kurukshetra kamen eine Million Pilger zusammen. Viele nahmen während der Sonnenfinsternis ein Bad zur Seelenreinigung.

In China wird das Phänomen, bei dem sich der Mond zwischen Erde und Sonne schiebt und damit einen Schatten auf die Erde wirft, traditionell so erklärt, dass ein Drache das Himmelsgestirn verschluckt. In der hinduistischen Mythologie werden die Dämonen Rahu und Ketu für die Verfinsterung verantwortlich gemacht.

Mond verdeckt die Sonne

Mann in Indien betrachtet mit Spezialsonnenbrille die Sonnenfinsternis (Foto: AP)

Sehen und staunen war auch in Indien angesagt

Bei einer Sonnenfinsternis stehen Mond, Erde und Sonne kurzfristig auf einer Linie, wobei der Mond um rund ein Fünfzehntel seines Durchmessers größer als die Sonne ist und diese verdeckt. Bei einer totalen Sonnenfinsternis wird dann der als Strahlenkranz erscheinende Bereich der Sonnenatmosphäre, die sogenannte Korona, sichtbar.

Zudem erscheinen auf der Erde "fliegende Schatten". Dies sind bis zu einem Meter breite Schattenstreifen, die kurz vor und nach der totalen Sonnenfinsternis über die Erde huschen und von Ungleichmäßigkeiten in der optischen Dichte der Luft hervorgerufen werden, wenn sie von der dünnen Sonnensichel durchschienen werden. (gri/ap/afp/dpa)