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Aktuell Nahost

Länderspiel in Teheran (fast) ohne Zuschauerinnen

Es spielten in Teheran die Teams der Volleyballmänner des Iran gegen die USA. Iranische Frauen wurden allerdings daran gehindert, sich diese Partie anzusehen. Das könnte ein sportpolitisches Nachspiel haben.

Lediglich 15 Frauen waren nach Augenzeugenberichten beim Volleyball-Länderspiel zwischen dem Iran und den USA in der Asadi Sporthalle in Teheran anwesend. Diese waren jedoch entweder Ausländerinnen auf der Gästetribüne oder Angestellte des iranischen Volleyballverbandes am Spielfeldrand. Frauen, die bereits ein Ticket für das Spiel hatten, wurde kurzfristig der Einlass verwehrt. Auch Reporterinnen und Fotografinnen von westlichen Medien in Teheran mussten draußen bleiben, obwohl sie eine Akkreditierung bekommen hatten.

"Prostitution in Sportstätten"

Schon in den vergangenen Wochen hatte das Thema für Streit gesorgt: Unter anderem hatte sich das iranische Sportministerium dafür eingesetzt, dass auch Frauen zum ersten Mal erlaubt werden sollte, ein Weltliga-Spiel der Herren zu besuchen. Daher waren für die Partie etwa 500 der insgesamt 12.000 Tickets entsprechend zugeteilt worden. Es folgten jedoch Proteste von Islamisten im Iran. Es gab Drohungen, die Frauen gewaltsam am Besuch des Spiels zu hindern. Die Gruppe Ansar Hisbullah erklärte, damit wolle sie "Prostitution in Sportstätten" im Keim ersticken.

Keine weiteren Heimspiele

Das Thema wurde zum Politikum und das Sportministerium gab nach. Unter dem Vorwand, dass das Länderspiel ausverkauft sei, wurde der Besuch der Frauen abgesagt. Das könnte allerdings noch sportpolitische Konsequenzen nach sich ziehen. Dem Iran könnten die Heimspiele in der Volleyball-Weltliga abgesprochen werden. Außerdem könnte der Iran auch keine Erlaubnis für internationale Wettbewerbe im Land erhalten.

Die Partie Iran gegen USA endete 3:0.

fab/nem (afp, dpa, sid)