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Fussball

Länderspiel: Deutschland und Frankreich trennen sich 2:2

"Wir sind auch so ein bisschen Visionäre", hatte der Bundestrainer vor dem Spiel gesagt. Und: Er wolle Dinge ausprobieren. Im Test gegen Frankreich reichte es in Köln nur zu einem 2:2. Die Franzosen waren oft schneller.

In rotem Trikot und ungewohnt von Beginn an auf dem Platz: Kevin Trapp, als Torhüter bei Paris St. Germain unter Vertrag und dort regelmäßig nur zweite Wahl, stand am Anfang der Partie vielleicht mehr im Mittelpunkt, als ihm lieb sein konnte. Im Testspiel gegen die junge französische Mannschaft geriet die DFB-Auswahl von der ersten Minute an gehörig unter Druck und konnte sich erst allmählich aus der eigenen Hälfte befreien.

Der Versuchsaufbau

Dem Bundestrainer, der nach dem eher nüchternen Abend vergangene Woche im Wembley-Stadion wieder eine andere Formation gewählt hatte, konnte die Beschäftigung für seinen - möglichen - Keeper Nummer drei eigentlich ganz recht sein. Schließlich war Trapp einer der Spieler aus seinem Großkader, den Joachim Löw an diesem Abend ausprobieren wollte.

Es dauerte bis zur 27. Minute, bis ein Schuss von Mesut Özil die deutsche Offensive und zugleich Hoffnungen weckte. Doch der umgehende, brandgefährliche Konter der offensiven Franzosen zeigte umgehend: Obacht, meine Herren! Eine Warnung, die sich als begründet erweisen sollte. 

Fußball Köln Länderspiel D vs Frankreich Tor 0:1 (Reuters/W. Rattay)

Auf dem Boden und chancenlos bei den Toren Frankreichs: Deutschlands Torhüter Kevin Trapp

Und so fauchte Sami Khedira, dem an diesem Abend die Kapitänsehre zuteil wurde, immer wieder seine Mitspieler an - denn selten stimmte gegen die beweglichen Blauen hinten die Zuordnung. Mbappe hatte in der 31. Minute den Führungstreffer auf dem Fuß, doch da konnte Trapp noch im rechten Eck klären. Es half aber nur kurz. Zwei Minuten später standen gleich zwei Franzosen frei vor dem deutschen Tor, nachdem Emre Can das Abseits aufgehoben hatte: Martial passt den Ball rüber, Alexandre Lacazette schob den Ball zum 0:1 ins Tor.

Ein kleines Gastgeschenk

Nun ist es aber so, dass man sich im Kölner Stadion mit Rückständen ganz gut auskennt; Timo Werner hätte gut fünf Minuten später und dann nochmal zehn Minuten später den Ausgleich erzielen können. Hätte - hätte - Fahrradkette: Es blieb beim 0:1. Auch Julian Draxlers Schüsschen in der 39. Minute brachte den französischen Torhüter Mandanda nicht wirklich in Bedrängnis. Ob die Franzosen am Ende schneller spielten als die eher behäbigen Deutschen? Ob es am Ende der ersten Hälfte Pfiffe für die "Mannschaft" gab? Kann alles schon so sein. Dass Mbappe aus einer respektablen Chance in der 43. Minute nicht mehr machte, war schon ein kleines Gastgeschenk.

Fußball Länderspiel Deutschland vs Frankreich | Tor (Reuters/W. Rattay)

So schnell, dass er fast abhob: Alexandre Lacazette erzielte beide Tore für Frankreich

Antonio Rüdiger für Mats Hummels in der zweiten Hälfte: auch so ein Versuch des Versuchsleiters Joachim Löw, der seinen Spielern in der Halbzeit sicher ein wenig mehr Initiative anempfohlen hatte. Jedenfalls kamen sie in der zweiten Häfte deutlich besser aus den Puschen. Die erste Riesenchance der Deutschen in Minute 53 konnte Rüdiger im französischen Strafraum fallend nicht nutzen, nachdem ihn Julian Draxler formidabel angespielt hatte.

Draxler, Kroos, Latte

Überhaupt Draxler - einer der Aktivposten in den deutschen Bemühungen nach vorne. In der 55. Minute dann die Belohnung nach einem dann doch einmal schnellen Konter der Deutschen durch Timo Werner: Ausgleich zum 1:1. In der 70. Minute setzte Toni Kroos einen Freistoß an die Latte, bevor praktisch im Gegenzug Lacazette zum zweiten Mal verwandelte. Cool, souverän, schnell gespielt. in der 75. Minute ging er dann vom Platz, die deutsche Defensive dürfte darüber nicht betrübt gewesen sein. Auch Sami Khedira ging, dafür kam der Bayern-Profi Sebastian Rudy ins Spiel.

Fußball Köln Länderspiel D vs Frankreich (Getty Images/AFP/J. McDougall)

In Freundschaft: die Trainer Didier Deschamps und Joachim Löw vor der Partie

Als manche schon mit der Niederlage rechneten, endete der Versuchsaufbau doch noch versöhnlich für die Deutschen, als Lars Stindl in der allerletzten Nachspiel-Minute nach gelungenem Pass von Mario Götze doch noch der Ausgleich zum 2.2 gelang. 

Alles in allem ein schönes Spiel. Zunächst der Franzosen, später phasenweise auch der Deutschen. Ihr Mann im roten Trikot war übrigens chancenlos, als es bei ihm einschlug. Dass Martial in der 88. Minute alleinstehend vor ihm nicht traf, war vielleicht ein kleines Präsent für den Mann, der in Frankreich meist zusehen muss. 

ml/mak (dpa, ARD)