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Politik

Länderporträt: Der Kongo

Der Kongo gilt wegen seiner enormen Rohstoff-Reserven als Schlüsselland zu Einfluss und Macht in Afrika. Selten ist aber die Kluft zwischen humanitärer Not und Ressourcen-Reichtum so groß wie dort.

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Die Bevölkerung hungert

Die Demokratische Republik Kongo (früher: Zaire) liegt im Herzen Afrikas und ist das drittgrößte Land des Kontinents. Mit einer Fläche von 2,3 Millionen Quadratkilometern ist die ehemalige belgische Kolonie nahezu so groß wie Westeuropa. Kongos Vorkommen an Kupfer, Kobalt, Erdöl, Gold, Diamanten und Uran gehören zu den größten der Erde. Das Land verfügt auch über das begehrte Coltan, das für Mobiltelefone verwendet wird.

Doch die Macht der Regierung, die in Kinshasa im Westen des Landes sitzt, reicht nicht in den gut 2000 Kilometer entfernten Osten. Und viele Länder, darunter Uganda, Ruanda und Burundi unterstützen dort Rebellen und versuchen, die kongolesischen Rohstoff-Reichtümer selbst zu kontrollieren.

Armes, reiches Land

Der Kongo mit heute mehr als 53 Millionen Einwohnern ist eines der ärmsten Länder der Welt. Krieg, Korruption und Misswirtschaft sind die Ursache. Nach der Unabhängigkeit von Belgien im Jahr 1960 wurde das Land immer wieder durch schwere Kriege erschüttert. Kurz nach der Unabhängigkeit übernahm der vom Westen unterstützte Diktator Mobutu Sese Seko die Macht (1965-1997), benannte das Land in Zaire um und plünderte es skrupellos aus. Über Jahrzehnte herrschte der Diktator Mobutu über das Land.

Nach Mobutus Sturz kam es 1998 zu einem fünfjährigen Bürgerkrieg, in dessen Verlauf mehr als drei Millionen Menschen bei Kämpfen oder durch Hunger und Krankheiten starben. Nachbarstaaten wie Uganda und Ruanda fachten den gewaltsamen Widerstand gegen die Regierung des Rebellenführers Laurent Kabila im rohstoffreichen Osten Kongos an. 1998 begann der "erste afrikanische Weltkrieg", an dem zeitweise bis zu sieben Staaten beteiligt waren. Bis zu seinem Ende im Dezember 2002 starben mehr als drei Millionen Menschen.

Blauhelmsoldaten machtlos

2003 wurde ein Friedensabkommen unterzeichnet und eine Übergangsregierung unter Präsident Joseph Kabila eingesetzt. Doch auch unter Kabila, der die Nachfolge seines ermordeten Vaters antrat, kommt das Land nicht zur Ruhe. Mehr als 16.000 UN-Blauhelm-Soldaten sind vorwiegend im Osten stationiert. Aber auch sie haben das Land nicht im Griff. (arn)

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