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Sport

Kurzzeit-Gefängnis für WM-Randalierer

Hamburgs Polizei wappnet sich für Krawallmacher bei der Fußball-Weltmeisterschaft und baut ein provisorisches Hooligan-Gefängnis. Der so genannte WM-Knast soll rechtzeitig zum Anpfiff der Spiele fertig sein.

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Hinter Gittern: der Ausblick für festgenommene Hooligans in Hamburg bei der WM

Der Zellenkomplex entsteht derzeit auf dem Gelände einer stillgelegten Waschanlage für Streifenwagen, wie der Sprecher der Hamburger Innenbehörde, Marco Haase, am Mittwoch (23.3.2006) mitteilte. Die Einrichtung sei vergleichbar mit regulären Zellen in Polizeiwachen. "Wir hoffen aber, die Räume so wenig wie möglich nutzen zu müssen", sagte er.

In dem Gefängnis in der früheren Polizeidirektion West im Stadtteil Altona können bis zu 150 Hooligans vorübergehend in Gewahrsam genommen werden. Von dort ist es nicht weit zu den möglichen Brennpunkten der WM. Das WM-Stadion ist nur wenige Minuten mit dem Auto entfernt, auch die Partymeile Reeperbahn, wo die Fans nach den Spielen sicher feiern gehen, ist nahe.

Das gilt auch für das so genannte Heiligengeistfeld - einen Platz in der Stadt, wo über eine Großbildleinwand Tausende die Spiele verfolgen werden.

Unterbringung bis zu zwei Wochen

Hooligans in Charleroi, Euro 2000

Abschreckung Gefängnis: Krawalle sollen verhindert werden

Das Hamburger Polizeirecht erlaubt es Beamten, Personen zur Gefahrenabwehr vorübergehend in Gewahrsam zu nehmen. Dieser so genannte Unterbindungsgewahrsam ist nach Angaben von Haase im Extremfall bis zu zwei Wochen lang möglich. Die Zellen sollen auch nach dem Ende der WM weiter genutzt werden. Der Umbau kostet 300.000 Euro. Der "Hooligan-Knast" sei aber kein neues Gefängnis in der Hansestadt, betonte Haase.

Knapp neun Millionen Kosten

Insgesamt lässt sich Hamburg die Sicherheitsmaßnahmen zur WM knapp neun Millionen Euro kosten. In der Stadt finden fünf der 64 WM-Spiele statt. Als mögliches Risikospiel gilt nur die Partie Tschechien-Italien am 22. Juni.

Dazu gibt es viele begleitende Veranstaltungen. Außerdem will sich die US-Nationalmannschaft in einem Luxushotel mitten in der Stadt einquartieren. Der größte Teil der Kosten sind zusätzliche Personalausgaben: So fallen rund 3,2 Millionen Euro für zusätzliche Überstunden etwa von Polizei und Feuerwehr an. Weitere Kosten entstehen beispielsweise für die Helfer der Freiwilligen Feuerwehren, für auswärtige Polizeikräfte oder für zusätzliche Notärzte. 3,8 Millionen Euro sind für Einsatz- und Betriebsmittel und für Bauten vorgesehen. Das Geld soll durch Umschichtungen im Haushalt und durch bisher nicht verbrauchte Personalmittel beschafft werden. (ms)

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