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Wirtschaft

Kurseinbrüche auch an den europäischen Börsen

Nach den Aktienmärkten in Asien trifft es die europäischen Börsen: Weder das Rettungspaket für die Hypo Real Estate noch das US-Hilfspaket konnten den Markt beruhigen – die Kurse fallen.

DAX-Kurve (Quelle: AP)

Der DAX am Montag an der Börse in Frankfurt

Mit Kurseinbrüchen haben am Montag (06.10.2008) die Börsen in Europa und Asien eröffnet. Ob in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland oder der Schweiz: Überall fielen die Aktienindices, obwohl immer mehr Staaten Rettungspakete für angeschlagene Banken schnüren oder Sparergarantien abgeben. Die internationale Finanzkrise verschärft sich damit weiter.

Im Einzelnen verlor der Deutsche Aktienindex (DAX) zu Handelsbeginn 4,7 Prozent, der MDAX 3,86 Prozent. Der TecDAX sank um 4,45 Prozent. In Moskau fiel der RTS-Index in den ersten zwanzig Minuten um mehr als sieben Prozent. Der MICEX-Index sackte sogar um 9,6 Prozent ab. Ähnliches spielte sich an der Börse in Paris ab: Dort sank der CAC 40 um 4,77 Prozent. Und der Swiss Market Index (SMI) der Schweizer Börse sank um 3,69 .

Die Hypo Real Estate fällt

Offenbar konnte auch das Rettungspaket für die Hypo Real Estate den Markt nicht beruhigen. Bundesregierung und Finanzwirtschaft hatten sich in der Nacht zum Montag auf ein zweites Paket von 50 Milliarden Euro geeinigt. Das erste mit 35 Milliarden war vergangene Woche gescheitert, nachdem einige Banken ihre Zusagen zurückgezogen hatten.

Am Montagmorgen brach der Kurs der Hypo Real Estate-Aktie an der Börse in Frankfurt um mehr als 50 Prozent ein. Zeitweise fiel sie bis auf 3,45 Euro. "Es bleibt offen, ob das Volumen des Rettungspakets diesmal ausreicht", sagte ein Börsianer in Frankfurt.

Kursverluste in Asien

Börsianer (Quelle: AP)

Honkong, 6. Oktober: Die Kurse fallen

Am frühen Montagmorgen hatten schon die Börsen in Asien mit massiven Kursverlusten eröffnet. Der japanische Nikkei-Index fiel um 4,25 Prozent auf seinen niedrigsten Stand seit vier Jahren. Auch die Börsen in Hongkong, Taiwan, Australien, Südkorea, Singapur, Thailand und Shanghai verzeichneten kräftige Verluste von teilweise mehr als vier Prozent.

Zuvor hatte japanische Zentralbank versucht, die Finanzmärkte zu stabilisieren. So pumpte sie am 14. Handelstag in Folge eine Billion Yen (6,9 Mrd. Euro) in den Geldmarkt. Ziel war es, die Banken zu ermuntern, sich gegenseitig wieder Geld zu leihen. Am Freitag wurde in Washington das 700-Milliarden-Dollar Hilfspakets für die US-Finanzbranche verabschiedet.

Steinbrück: Lage "hoch gefährlich"

Der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) warnte am Montag in Berlin, die Situation an den deutschen Finanzmärkten sei weiter "hoch gefährlich". Im Augenblick sei nichts auszuschließen. Er sprach sich zur längerfristigen Stabilisierung der deutschen Finanzmärkte für ein bundesweites Sicherungssystem aus. Einzelheiten nannte er aber nicht.

Steinbrück hatte am Wochenende gemeinsam mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) eine staatliche Garantie für private Spareinlagen abgegeben. Das sei nötig gewesen, um zu vermeiden, dass Bankkunden ihre Guthaben kurzfristig abheben "und unter die Matratze" legen, sagte er. (det)

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