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Politik

Kurdenfrage entzweit die USA und die Türkei

12. Februar 2018

Lassen die USA die Türkei weiter gewähren, was die Offensive gegen die Kurden in Syrien angeht? Ankara geht nun rhetorisch in die Offensive. In Syrien ist derweil der Bürgerkrieg wieder in vollem Gang.

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Symbolbild USA Türkei Beziehungen
Bild: Imago/CTK Photo

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu sieht die Beziehungen zu den USA an einem "kritischen Punkt" angelangt. "Sie werden entweder repariert werden oder diese Beziehungen werden komplett beschädigt", sagte Cavusoglu in Istanbul vor einem für diese Woche erwarteteten Besuch von US-Außenminister Rex Tillerson in Ankara. Hauptthema des Treffens dürfte das Verhältnis zu den syrischen Kurden sein.

Türkei Außenminister Mevlut Cavusoglu
Der türkische Außenminmister CavusogluBild: picture-alliance/dpa/A. Deeb

Die USA unterstützen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) in Nordsyrien im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) mit Waffen, Spezialkräften und Militärberatern. Die Türkei betrachtet die YPG jedoch wegen ihrer engen Verbindungen zur verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) als Terrororganisation. Ankara fordert daher seit langem die Einstellung der US-Militärhilfe für die YPG - und geht seit Januar auch militärisch gegen die YPG in der syrischen Region Afrin vor.

Zerbrochenes Vertrauen

Präsident Recep Tayyip Erdogan drohte mehrfach, den Einsatz auf die von der YPG kontrollierte Stadt Manbidsch sowie andere Gebiete östlich des Euphrat auszudehnen. Anders als in Afrin sind dort auch US-Soldaten zur Unterstützung der YPG stationiert; es droht damit eine direkte Konfrontation der NATO-Partner. Cavusoglu rief die USA auf, "das Notwendige in Manbidsch zu tun" und die Truppen abzuziehen. Er warf Washington vor, "ernsthafte Fehler" gemacht zu haben, weshalb es bei dem Treffen mit Tillerson darum gehen müsse, "zerbrochenes Vertrauen" wieder herzustellen.

Der Krieg ist wieder da

Derweil toben in Syrien nach Angaben des UN-Hilfskoordinators Ali al-Za'tai derzeit mit die schlimmste Kämpfe seit Beginn des fast siebenjährigen Bürgerkriegs. Seit dem Aufruf der Vereinten Nationen (UN) zu einer einmonatigen Waffenpause vor einer Woche habe sich die Lage im gesamten Kriegsgebiet noch verschlechtert, schrieb der Jordanier in einer Erklärung aus Damaskus. Es gebe Berichte über Hunderte Tote und Verletzte, massive Vertreibungen und von Zerstörung ziviler Infrastruktur einschließlich medizinischer Einrichtungen. "Wir werden gerade Zeugen einiger der schwersten Kämpfe des gesamten Konflikts", schrieb al-Za'tari. Das schreckliche Leiden der syrischen Bevölkerung müsse aufhören. "Ich appelliere an alle Parteien und diejenigen, die Einfluss auf sie haben: Hört auf uns und die betroffene Bevölkerung und beendet dieses unerträgliche menschliche Leid."

ml/sam (rtr, afp, dpa)