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Syrien

Kurden vermelden Befreiung Al-Rakkas aus Händen des IS

Seit Monaten versucht ein kurdisch-arabisches Bündnis noch verbliebene IS-Kämpfer aus dem nordsyrischen Al-Rakka zu vertreiben – der ehemaligen Hochburg der Terrormiliz. Nun wurde die Einnahme der Stadt verkündet.

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Syrien: Sturm auf Rakka

Die Militäroperation der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) in der ehemals inoffiziellen Hauptstadt der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) sei beendet, sagte ihr Sprecher Talal Silo der Deutschen Presse-Agentur. Nun werde nach letzten Widerstandsnestern von IS-Kämpfern und nach Sprengfallen in der teilweise schwer zerstörte Stadt gesucht. Ein Vertreter des US-geführten Militärbündnisses gegen den IS erklärte, Al-Rakka sei "zu mehr als 90 Prozent befreit".

Nachdem sich in den vergangenen Tagen bereits Hunderte syrische IS-Kämpfer ergeben hatten, kämpften zuletzt nur noch einige Dutzend ausländische Dschihadisten im Zentrum Al-Rakkas. Tausende Zivilisten hatten aus der belagerten Stadt fliehen können.

Tausende Zivilisten beim Sturm auf Al-Rakka getötet

Nach der Befreiung des nationalen Krankenhauses sowie des bedeutenden Naim-Platzes am Dienstag hielten die Extremisten am Ende nur noch ein Stadion im Zentrum. Auf dem Naim-Platz hatte der "Islamische Staat" öffentliche Hinrichtungen ausführt.

Das siegreiche SDF-Bündnis wurde bei der Schlacht um Al-Rakka von Luftangriffen der internationalen Militärkoalition sowie durch Spezialeinheiten am Boden unterstützt. Die SDF werden von den kurdischen Volksschutzeinheiten YPG geführt, ihnen gehören aber auch arabische Kämpfer an.

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden bei den Kämpfen und durch Luftangriffe mehr als 3200 Menschen getötet. Rund ein Drittel der Opfer waren nach dieser Zählung Zivilisten. Hunderttausende Unbeteiligte sind aus der Region geflohen.

Syrien Kampf um Rakka (Getty Images/AFP/B. Kilic)

Häuserkampf im schwer zerstörten Al-Rakka

Im November vergangenen Jahres hatten die SDF die Offensive auf Al-Rakka begonnen. Nachdem die Stadt eingekreist worden war, begann Anfang Juni der Sturm auf die IS-Bastion. 

Der Anfang vom Ende des IS-"Kalifats"?

Mit dem Fall Al-Rakkas verliert der IS, der die Stadt 2014 erobert hatte, nach Mossul im Nordirak auch seine wichtigste Hochburg in Syrien. Der schmucklose Ort am Fluss Euphrat galt als Zentrum der Anschlagsplanungen der Extremisten: In Al-Rakka, das einst mehr als 200.000 Einwohner zählte, wurden in den vergangenen Jahren nach Einschätzung westlicher Geheimdienste Angriffe globalen Ausmaßes vorbereitet. 

Syrien Kampf um Rakka (Getty Images/AFP/B. Kilic)

SDF-Kämpfer feiern die Einnahme weiter Teile von Al-Rakka

Der IS hatte in den vergangenen Monaten bereits die wichtigsten Teile seines Herrschaftsgebietes in Syrien und im Irak verloren, in dem er einst ein Kalifat ausgerufen hatte. Nachdem die Extremisten an fast allen Fronten zurückgedrängt wurden, bleibt ihnen als Rückzugsort neben größeren Wüstenregionen nur noch das Siedlungsgebiet am Euphrat im Grenzgebiet von Syrien und dem Irak.

cw/jj/stu (dpa, rtr, afp)

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