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Aktuell Welt

Kurden setzen Offensive gegen IS fort

Nach ihrem bislang größten militärischen Erfolg gegen die IS-Terrormiliz greifen die kurdischen Kämpfer die Dschihadisten weiter an. Die befreiten Jesiden verlassen das Sindschar-Gebirge.

Die Peschmerga rückten nach Berichten von Augenzeugen und lokaler Medien weiter im Sindschar-Gebirge vor, während andere Einheiten und irakische Regierungstruppen in Richtung der Stadt Tall Afar vordrangen. Aus der Region um die Stadt wurden heftige Kämpfe gemeldet. Der kurdische Sicherheitsrat berichtete von zahlreichen Opfern unter den Kämpfern der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS). Die Dschihadisten seien "in großer Zahl" auf der Flucht in Richtung syrische Grenze und in ihre Hochburg Mossul.

Belagerungsring durchbrochen

Am Donnerstag war es der Kurden-Miliz gelungen, die monatelange Belagerung der Sindschar-Berge durch die IS-Dschihadisten zu durchbrechen und die Umzingelung Tausender Jesiden zu beenden.

Der Präsident der kurdischen Autonomie-Region im Nordirak, Massud Barsani, erklärte, seine Kämpfer hätten die IS-Versorgungslinien durchschnitten und 700 Quadratkilometer der Kontrolle der Terrormiliz entrissen.

Der am Mittwoch begonnene Einsatz unter Beteiligung von 8000 Peschmerga sei der bisher größte und erfolgreichste gegen die Dschihadisten gewesen, erklärte Barsanis Büro. Nach Angaben des Pentagon wurde die Offensive der Kurden massiv durch Luftangriffe der US-geführten Militärallianz unterstützt.

Massenflucht ins Gebirge

Im Sommer waren die IS-Terroristen in einer Blitzoffensive in den Nordirak vorgestoßen und hatten Zehntausende Jesiden zur Flucht in das Sindschar-Gebirge gezwungen. Die Angehörigen der kleinen religiösen Minderheit werden von den Extremisten als Teufelsanbeter verfolgt. Grausame Bilder gingen damals um die Welt: Zehntausende Menschen, von Hunger und Durst geplagt, harrten in dem kargen Gebirgszug bei über 40 Grad Celsius aus.

Jesidische Flüchtlinge im Sindschar-Gebirge (Foto: Reuters)

Jesidische Flüchtlinge im Sindschar-Gebirge

Obama befiehlt Luftangriffe

Die Sorge vor einem Völkermord an den Jesiden war einer der Gründe, warum US-Präsident Barack Obama im August Luftangriffe gegen die Dschihadisten anordnete. Mit der Hilfe syrischer Kurdenkämpfer gelang es damals, einen Großteil der etwa 80.000 Flüchtlinge über die Grenze nach Syrien zu bringen. Zuletzt harrten nach jesidischen Angaben noch etwa 1.200 Menschen in der vom IS belagerten Bergregion aus.

Der Sprecher des Zentralverbandes der Jesiden in Deutschland, Holger Geisler, teilte der Deutschen Presse-Agentur mit, die befreiten Menschen würden nun aus der Region evakuiert. Die meisten sollten in der kurdischen Autonomieregion unterkommen. Geisler zufolge hielten sich zuletzt noch etwa 7000 Zivilisten in dem Gebirge auf sowie rund 3000 jesidische Kämpfer. Die Rettung kam für die Jesiden zu einem ihrer wichtigsten Feste. Sie begingen an diesem Freitag ihren "göttlichen Feiertag", an dem sie an die Entstehung der Welt erinnern.

wl/se (dpa, afp)

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