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Aktuell Welt

Kurden-Rebellen greifen an

Der Kurdenkonflikt in der Türkei nimmt weiter an Schärfe zu. Bei einem neuen Rebellenangriff sind im Grenzgebiet zum Irak rund 30 Menschen getötet worden.

Kurden mit einer Fahne, die den inhaftierten PKk-Gründer Öcalan zeigt (Foto: AFP/Getty Images)

Symbolbild PKK

Zehn der Todesopfer seien zehn Soldaten und Polizisten, berichteten türkische Medien unter Berufung auf die Behörden. Die Sicherheitskräfte hätten während eines mehrstündigen Gefechtes etwa 20 Rebellen erschossen.

Rund 100 Kämpfer der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK hatten in der Nacht zu Montag gleichzeitig vier Einrichtungen der Streitkräfte in der Gebirgsstadt Beytussebap angegriffen. Die Kleinstadt liegt etwa 14 Kilometer von der irakischen Grenze entfernt. Die Agentur Reuters berichtete zudem unter Berufung auf türkische Sicherheitskreise, PKK-Kämpfer hätten den örtlichen Vorsitzenden der Regierungspartei von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan entführt.

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Türkei: Kurdenkonflikt verschärft sich

Bei einem separaten Vorfall stoppten türkische Polizisten an einem Kontrollpunkt nahe der Grenze zu Syrien einen mutmaßlichen Selbstmordattentäter. Während eines Schusswechsels habe der Täter dann einen Sprengsatz gezündet und sich getötet, teilten die türkischen Behörden mit. Fünf Polizisten hätten Verletzungen erlitten.

Die Kämpfe zwischen der türkischen Armee und der PKK haben in den vergangenen Monaten zugenommen. Einige türkische Regierungsmitglieder sehen einen Zusammenhang mit dem Bürgerkrieg in Syrien. So werfen sie dem dortigen Präsidenten Baschar al-Assad und kurdischen Gruppen in Syrien vor, die PKK direkt zu unterstützen. Assad bestreitet dies. Der Rebellenorganisation ist es aber offensichtlich gelungen, das Machtvakuum im Osten Syriens auszunutzen und in die Region einzusickern.

45.000 Tote seit 1984

Die PKK wird von der Türkei, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. Sie kämpft seit Anfang der 1980er Jahre für Unabhängigkeit oder größere Autonomie der Kurdengebiete in der Türkei. Nach Armeeangaben wurden in dem Konflikt bislang mehr als 45.000 Menschen getötet.

Auch nichtmilitante kurdische Organisationen beklagen eine systematische Diskriminierung ihrer Volksgruppe durch den türkischen Staat. Türkische Regierungen hatten in den vergangenen Jahren mehrfach Reformen angekündigt und erklärt, den Konflikt um die Rechte der kurdischen Volksgruppe beenden zu wollen. Die Pläne kamen aber nicht voran

wl/hp (dpa, afp, rtr, dapd)

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