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Aktuell Nahost

Kurden: IS-Terrormiliz setzt Giftgas ein

Die Kurden im Nordirak werfen der Terrororganisation "Islamischer Staat" den Einsatz von Chemiewaffen vor. Die Offensive gegen den "IS" in der Stadt Tikrit ist derweil ins Stocken geraten.

IS-Kämpfer (Archivbild Zumapress)

Kämpfer der IS-Terrromiliz

Der Sicherheitsrat der kurdischen Autonomieregierung im Nordirak erklärte in Erbil, ihm lägen Beweise vor, dass die sunnitischen Extremisten der IS-Terrromiliz bei einem Selbstmordanschlag Chlorgas verwendet hätten.

Der Anschlag auf kurdische Peschmerga-Einheiten habe sich am 23. Januar ereignet, auf einer Straße von der IS-Hochburg Mossul in Richtung syrische Grenze. Ein von der EU zertifiziertes Labor habe Proben vom Tatort untersucht und einen hohen Chlorgasgehalt festgestellt, der eine Verwendung als Chemiewaffe nahelege, teilte die Regionalregierung mit.

Rakete gegen Attentäter

Aus dem Sicherheitsrat verlautete zudem, die Peschmerga-Kämpfer hätten auf das Auto des Selbstmordattentäters eine Rakete abgefeuert, bevor er sein Ziel erreicht habe. Chlorgas wurde erstmals im Ersten Weltkrieg als Waffe eingesetzt. Es ist durch die Chemiewaffenkonvention von 1997 verboten.

Die IS-Terrormiliz hat 2014 weite Teile des Iraks und Syriens erobert. Die Peschmerga versuchen, die Islamisten im Nordirak zurückzuschlagen und werden dabei unter anderem von Deutschland mit Waffen unterstützt. Eine internationale Koalition unter Führung der USA greift zudem den IS aus der Luft an. In den vergangenen Wochen mussten die Dschihadisten, der Tausende Kämpfer angehören, mehrere militärische Niederlagen hinnehmen. Im Irak stehen die Armee der Regierung und Freiwilligenverbände kurz vor der Einnahme der strategisch wichtigen Stadt Tikrit.

Armee stoppt Angriffe

Derzeit ist die Offensive gegen die IS-Kämpfer in Tikrit allerdings gestoppt. Man warte auf Verstärkung, hieß es aus einem Kommandozentrum. "Wir brauchen professionelle Kräfte und Soldaten." Bereits am Freitag war die Offensive in der Heimatstadt des früheren Machthabers Saddam Hussein unterbrochen worden. IS-Kämpfer haben in vielen verlassenen Gebäuden Sprengfallen versteckt, Scharfschützen feuern auf die Soldaten. Die Armee richtet sich deswegen auf Straßenkämpfe ein.

Die Streitkräfte hatten vor knapp zwei Wochen mit rund 30.000 Mann ihren Feldzug gegen die nördlich von Bagdad gelegene Stadt gestartet. In den vergangenen Tagen war es den irakischen Regierungstruppen mit Unterstützung schiitischer Milizen und sunnitischer Stämme gelungen, die IS-Kämpfer ins Zentrum Tikrits zurückzudrängen

wl/stu (dpa, rtr)