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Aktuell Welt

Kurden in Kobane warten auf Verstärkung

Kurdische Peschmerga-Kämpfer aus dem Nordirak sind nach Angaben der Türkei noch nicht zur Unterstützung der syrischen Kurden in der umkämpften Stadt eingetroffen. Die Terrormiliz IS greift Kobane weiter an.

Die Route, die die Kämpfer aus dem Nordirak durch die Türkei nehmen können, sei noch nicht beschlossen, sagte Außenminister Mevlüt Cavusoglu im türkischen Sender NTV. Am Montag hatte Cavusoglu einen Korridor durch die Türkei für die Peschmerga (Artikelbild) angekündigt, damit diese die syrischen Kurden in der von der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) bedrängten Grenzstadt verstärken können.

Jede direkte türkische Unterstützung für die syrisch-kurdische Partei PYD und ihre Miliz hatte der Minister erneut ausgeschlossen. Die PYD ist eng mit der in der Türkei verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK verbunden.

Neue IS-Angriffe

Kobane wird seit fünf Wochen von den Dschihadisten belagert. Die kurdischen Kämpfer leisten den Angreifern erbitterten Widerstand, unterstützt von Luftangriffen der von den USA geführten Koalition auf den IS. Die Terrormiliz hat ihren Ansturm auf die Kurdenhochburg seit Wochenbeginn verstärkt und dazu Einheiten aus ihren syrischen Hochburgen Al-Rakka und Dscharabulus herangeführt. Vor allem im Osten und im Südwesten von Kobane kam es zu heftigen Kämpfen.

Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums haben die Kurden weiter den größeren Teil der Stadt unter ihrer Kontrolle, die Lage bleibe aber gefährlich. Seit Montag hätten die Luftwaffen der USA und ihrer Verbündeten sieben Angriffe auf Stellungen des IS in Syrien und im Irak geflogen, teilte das US-Zentralkommando ergänzend mit.

Waffen abgeworfen

Am Wochenende hatten US-Flugzeuge erstmals Waffen für die Kurden in Kobane abgeworfen. Ein Pentagonsprecher erklärte jetzt, es sei nicht ausgeschlossen, dass dabei bestimmte Waffen versehentlich in die Hände der Terrormiliz gelangt seien. Nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte landete mindestens ein Waffenabwurf bei IS-Kämpfern.

Die Waffen stammten aus dem Arsenal der Kurden im Nordirak. Der Verwaltungschef von Kobane, Anwar Muslim, wollte sich nicht dazu äußern, ob in der Lieferung aus dem Nordirak auch deutsche Waffen enthalten waren. Deutschland hatte den kurdischen Peschmerga-Kämpfern im Nordirak 500 Panzerabwehrraketen, 16.000 Sturmgewehre und mehrere Millionen Schuss Munition zugesagt. Die Lieferungen waren vor knapp einem Monat angelaufen.

wl/qu (dpa, afp, rtr)