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Aktuell Nahost

Kurden in Kobane halten erbittert stand

Im seit Wochen anhaltenden Kampf um Kobane wehren sich die Kurden mit aller Kraft gegen die Terrormiliz IS. Zuletzt hieß es, die Dschihadisten seien zurückgedrängt worden. Was ist davon zu halten?

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DW-Reporter Gunnar Köhne berichtet aus Suruc

Nach Angaben der Kurden haben sich die Dschihadisten vom "Islamischen Staat" (IS) aus Teilen der nordsyrischen Stadt Kobane wieder zurückgezogen. Mit ihren Luftangriffen habe die US-geführte internationale Koalition den IS "in den vergangenen Tagen effektiver bekämpft", sagte Idris Nassen, ein Sprecher für auswärtige Angelegenheiten der Kurden in Kobane. Die Islamisten kontrollierten inzwischen nur noch "knapp ein Drittel" der Stadt, die direkt an der türkischen Grenze liegt.

Stadt als Symbol

Kobane ist seit gut einem Monat umkämpft und wurde inzwischen zum Symbol im Kampf gegen den IS. Aus Sicht der etwa drei Millionen Kurden, die im Norden Syriens leben, ist Kobane (arabisch Ain al-Arab) der zentrale Ort der von ihnen dominierten Gebiete.

Kinder zwischen Zelten (Foto Reuters)

Der Großteil der Bewohner ist aus Kobane geflüchtet und lebt in Flüchtlingslagern in der Türkei

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden im Kampf um Kobane aufseiten der kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) 258 Kämpfer und in den Reihen des IS 374 Dschihadisten getötet. Zudem seien 20 Zivilisten und zehn mit der YPG-Miliz verbündete Kämpfer umgekommen. Die Beobachtungsstelle hat ihren Sitz in Großbritannien und verfügt in Syrien über ein dichtes Netzwerk an Informanten. Allerdings können ihre Angaben oft von unabhängiger Seite nicht bestätigt werden.

Zivilisten haben Kobane verlassen

Nach US-Angaben wurden bei den Luftangriffen auf IS-Stellungen in und um Kobane mehrere hundert Kämpfer der Dschihadistengruppe getötet. Wie Pentagon-Sprecher John Kirby am Mittwoch vor Journalisten in Washington mitteilte, hat die Mehrheit der Zivilbevölkerung die umkämpfte Stadt mittlerweile verlassen. Nur noch wenige hundert Zivilisten seien dort.

Alte Frau mit Bild und Baby im Arm (Foto: Reuters)

Über 200 kurdische Kämpfer wurden getötet, darunter auch die Tochter dieser Frau

Trotz des Vorgehens gegen den IS könne die Stadt aber nach wie vor von den Extremisten erobert werden, stellte Kirby klar: "Der IS hat kein Geheimnis daraus gemacht, dass er die Stadt übernehmen will." Man müsse zudem damit rechnen, dass die IS-Kämpfer noch andere Städte, Dörfer und Gebiete einnehmen, fügte Kirby hinzu. Im benachbarten Irak bedroht der IS zudem die Hauptstadt Bagdad.

uh/kle (dpa,afp)

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