Kurden in Afrin rufen Assad-Armee zur Hilfe gegen Türkei | Aktuell Nahost | DW | 25.01.2018
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Syrien

Kurden in Afrin rufen Assad-Armee zur Hilfe gegen Türkei

Die kurdisch dominierte Führung der nordsyrischen Region hat Damaskus zum Beistand gegen die Militäroffensive der Türkei aufgefordert. Jeder Angriff auf Afrin sei ein Angriff auf die Souveränität des syrischen Staates.

Syrien Afrin Trauer um Opfer (Getty Images/AFP/G. Ourfalian)

Trauer in Afrin um Opfer der türkischen Militärangriffe

Die Regierung von Präsident Baschar al-Assad müsse sich "dieser Aggression entgegenstellen und klarmachen, dass sie keine türkischen Flugzeuge im syrischen Luftraum duldet", sagte der Ko-Vorsitzende des Exekutivrats von Afrin, Othman al-Scheich Issa, der Nachrichtenagentur AFP. "Wir rufen den syrischen Staat auf, seinen Verpflichtungen nachzukommen und die Armee zu entsenden, um die Grenze mit der Türkei gegen Angriffe der türkischen Besatzer zu schützen", hieß es in einer auf der Internetseite der lokalen Verwaltung veröffentlichten Erklärung.

Die Türkei geht seit Samstag in Afrin gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) vor, die sie wegen ihrer engen Verbindungen zur verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) als Terrororganisation betrachtet. Die USA unterstützten jedoch die YPG-Kämpfer mit Waffen und Spezialkräften im Kampf gegen die Terrorarmee des IS. Ziel der Luft- und Bodenoffensive im Nachbarland ist nach Darstellung der Regierung in Ankara die Vertreibung kurdischer Milizen aus der Nähe der türkisch-syrischen Grenze.

Unter den Augen Assads

Afrin ist eine kurdische Enklave in Syrien und steht unter der Kontrolle kurdischer Parteien und Milizen wie der kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG. Syrische Regierungstruppen sind in dem Gebiet seit Jahren nicht mehr präsent. Präsident Assad hatte am Sonntag die türkischen Angriffe verurteilt. Die Regierungstruppen gehen aber offenbar nicht gegen den türkischen Militäreinsatz auf syrischem Boden vor.

Türkei Erdogan besucht Operationsbasis in Hatay (picture-alliance/AA/Turkish Presidency/Murat Cetinmuhurdar/Handout)

Der türkische Präsident Erdogan (vorne, 2. v. l.) zu Besuch auf der grenznahen Militärbasis in Hatay

Die Militäroffensive der Türkei in Nordsyrien verschärft auch zunehmend die Spannungen zwischen dem Land und seinen NATO-Verbündeten, allen voran den USA. US-Präsident Donald Trump forderte seinen türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan nach Angaben des US-Präsidialamtes in einem Telefonat auf, jegliche Aktion zu unterlassen, durch die es zu einem direkten Konflikt mit US-Soldaten kommen könnte.

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg rief die Türkei zu einem maßvollen Vorgehen im Nachbarland auf. Jedes Land habe ein Recht auf Selbstverteidigung, erklärte Stoltenberg mit Blick auf die türkische Offensive in Syrien. Dieses Recht müsse aber "auf angemessene und maßvolle Weise" ausgeübt werden.

Erdogan gibt sich siegesgewiss

Bei einem Truppenbesuch an der syrischen Grenze zeigte sich der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan siegesgewiss. Der Militäreinsatz gegen kurdische Gruppierungen jenseits der Grenze in der syrischen Region Afrin werde fortgeführt, "bis ein Ergebnis erzielt ist", sagte Erdogan laut seinem Büro am Donnerstag im Einsatz-Hauptquartier in der türkischen Provinz Hatay. Begleitet wurde er vom Chef der Streitkräfte und vom Verteidigungsminister.

qu/jj (afp, rtr)

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