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Aktuell Deutschland

Kunstsammler Gurlitt: "Freiwillig gebe ich nichts zurück"

Cornelius Gurlitt hat bekräftigt, dass er der rechtmäßige Eigentümer der in seiner Wohnung entdeckten Bilder sei - trotz 590 möglicher NS-Raubkunstwerke. Alles falsch machen für ihn dagegen Justiz und Medien.

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Gurlitt im Spiegel: Ich will alle Werke zurück!

Der Besitzer des Münchner Kunstschatzes, Cornelius Gurlitt, will alle Bilder behalten. "Freiwillig gebe ich nichts zurück", sagte der 80-Jährige dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Gurlitt wies zugleich die Vorwürfe gegen ihn zurück. Die gut 1400 Kunstwerke, die in seiner Schwabinger Wohnung sichergestellt wurden, habe sein Vater rechtmäßig erworben. Die Justiz und die Öffentlichkeit stellten alles falsch dar. Der Staatsanwaltschaft habe er schon genug Belege geliefert, die ihn von jedem Verdacht entlasteten, betonte der Sohn des Nazi-Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt.

Die Justiz ermittelt gegen ihn wegen Steuerhinterziehung und Unterschlagung. Dem "Spiegel"-Bericht zufolge lehnt Gurlitt Gespräche mit den deutschen Behörden nicht ab. Von der öffentlichen Debatte um ihn zeigte er sich aber schockiert: "Ich bin doch nicht Boris Becker, was wollen diese Menschen nur von mir?" Gurlitt fügte hinzu: "Ich habe doch nur mit meinen Bildern leben wollen."

590 Werke in Kürze im Internet

Die Beschlagnahmung der Bilder kommentierte der schwerkranke Mann mit den Worten: "Die hätten doch warten können mit den Bildern, bis ich tot bin." Die Familiensammlung, die ihm per Erbe zugefallen war, sei sein Lebensinhalt gewesen: "Mehr als meine Bilder habe ich nichts geliebt", sagte Gurlitt dem Nachrichtenmagazin. Eine Reporterin des Magazins hatte ihn über drei lang begleitet.

Laut einem "Focus"-Bericht wollen Mitarbeiter des Kanzleramtes und der bayerischen Justiz Gurlitt dazu bewegen, die Bilder, von denen 590 als mögliche NS-Raubkunst gelten, freiwillig dem Staat zu überlassen. Im Gegenzug könne das Ermittlungsverfahren eingestellt werden. Eine "Vertrauensperson" solle an Gurlitt herantreten und an seine Verantwortung appellieren. Ab der kommenden Woche sollen die 590 Werke auf der Internet-Seite www.lostart.de veröffentlicht werden.

sti/SC (afp, dpa)

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