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Aktuell Kultur

Kunsthistoriker Wieland Schmied gestorben

Der österreichische Kunsthistoriker Wieland Schmied ist im Alter von 85 Jahren in Vorchdorf/Österreich gestorben. Er war unter anderem Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste in München.

Es gibt nur wenige, die sich so fundiert mit Kunst auskannten wie Wieland Schmied. Der Kritiker, Kunsthistoriker und Ausstellungsmacher hinterlässt ein sehr umfangreiches Lebenswerk: etwa seine hervorragenden Künstler-Monografien, unter anderem über Klimt, Hundertwasser, Dalí oder Duchamp. Oder seine Arbeiten zum Surrealismus, zur Malerei des Magischen Realismus und zur Neuen Sachlichkeit, die eine Neubewertung der gegenständlichen Malerei der zwanziger Jahre angestoßen haben.

Talent, Kunst verständlich zu erklären

Seine berufliche Heimat verlagerte Schmied immer wieder zwischen Deutschland und Österreich hin und her. Der am 5. Februar 1929 in Frankfurt am Main geborene Sohn des österreichischen Philosophen Walther Schmied-Kowarzik studierte in Wien Jura und Kunstgeschichte und arbeitete dann als Lektor des Frankfurter Insel-Verlages und Kunstkritiker bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Schon damals war er bekannt dafür, auch hochkomplexe Kunstthemen anregend erklären und verständlich einordnen zu können.

Zeitgenössische Kunst und klassische Moderne

Von 1963 bis 1973 stand Schmied als Direktor der Kestner-Gesellschaft in Hannover vor. Dort begann er, Ausstellungen zu zeitgenössischer Kunst und klassischer Moderne zu kuratieren. Anschließend ging er nach Berlin und arbeite bis 1975 als Kustos an der Nationalgalerie. Von 1975 bis 1977 war er Mitarbeiter der documenta Kassel und der 15. Europäischen Kunstausstellung "Tendenzen der 20er Jahre" in Berlin. Von 1978 bis 1986 war er Direktor des Berliner Künstlerprogramms des Deutschen Akademischen Austauschdienstes.

Bleibender Eindruck, wohin er auch kam

In Salzburg leitete er ab 1981 fast zwei Jahrzehnte lang die vom österreichischen Expressionisten Oskar Kokoschka gegründete Internationale Sommerakademie für Bildende Künste. Durch seine Tätigkeit auf der Festung Hohensalzburg positionierte er die Mozartstadt auch abseits der Musik und hinterließ einen bleibenden Eindruck.

1982/83 war Schmied Berater des Museo de Arte in Lima, Peru. Als Ordinarius für Kunstgeschichte kam er 1986 an die Akademie der bildenden Künste in München, die er als Direktor von 1988 bis 1993 leitete. Von 1995 bis 2004 war er Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste in München.

Vielfach ausgezeichnet

Für sein Wirken wurde Schmied unter anderem mit dem Theodor-Körner-Preis (1959) und dem Österreichischen Staatspreis für Kulturpublizistik (1993) ausgezeichnet. Zuletzt erhielt er das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien (2012).

nf/pg (dpa/apa/SZ)