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Wissen & Umwelt

Kunstfleisch -2-

Die Fleischproduktion reicht nicht aus

Muskelfleisch aus Stammzellen im Labor (Foto: NDR)

Stammzellen zu Muskelfleisch: So könnte der Fleischbedarf der ganzen Welt gedeckt werden

Ein Blick ins Jahr 2050: Fleisch ist sehr teuer und die Nachfrage groß. Denn es gibt doppelt so viele Fleischesser wie zu Beginn des Jahrhunderts, aber keinen Platz für noch mehr Tiere.

Schon heute suchen Forscher nach Alternativen. Was einmal das Fleisch der Zukunft werden könnte, wächst heute schon im Labor. Für Bernard Roelen von der Universität Utrecht ist Fleisch vor allem eins: Muskelgewebe. "Wir möchten Stammzellen von Schwein oder Rind dazu bringen, sich zu Muskelzellen zu entwickeln. Diese Zellen kann man dann zu einem essbaren Fleischprodukt verarbeiten."

Roelen nutzt dazu Stammzellen vom Schwein. Sie sollen sich zunächst vermehren und dann durch biochemische Reize zu Muskelzellen entwickeln. Leider ist das mit Schweinezellen ziemlich kompliziert. "Es wäre viel einfacher, mit Mäusezellen zu arbeiten. Theoretisch könnte man etwas Essbares aus Mäusezellen herstellen. Aber ich glaube nicht, dass die Leute das akzeptieren würden."

Stammzellen wachsen unbegrenzt

Schon Schweinefleisch aus dem Labor klingt für die meisten Menschen nach einer ziemlich verrückten Idee. Aber sie habe Potential, sagt Roelen. Denn Stammzellen können sich unbegrenzt vermehren. Aus einer einzigen Zelle ließen sich theoretisch so viele Muskelzellen herstellen, dass sie den Fleischbedarf der ganzen Welt decken könnten.

Besonders appetitlich wäre das Ergebnis allerdings nicht: kein Steak, sondern formlose Zellmasse. Deshalb arbeiten Wissenschaftler auch schon am nächsten Schritt: Sie wollen dafür sorgen, dass die Zellen in Form kommen. Dazu werden sie auf essbare Polymergerüste aufgetragen. Damit sie aber eine echte Struktur bekommen, müssen die Zellen trainiert werden, erklärt Mark Post von der Universität Eindhoven: "Kühe laufen über Wiesen und Hügel und trainieren so ihre Muskeln, und die werden dabei durch eine elektrische Stimulierung der Nervenzellen aktiviert."

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