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Kunst

Kunstfest Weimar vor dem Aus?

Das Kunstfest Weimar ist eines der renommiertesten zeitgenössischen Kunstfestivals in Deutschland und wurde durch seine langjährige Leiterin Nike Wagner auch international bekannt. Nun könnte die Förderung auslaufen.

Das Weimarer Kunstfest sieht sich akut in seiner Existenz bedroht. Der Stadtrat der Klassikerstadt beabsichtige, am kommenden Mittwoch (27.4.) die Einstellung der Förderung ab 2019 zu beschließen, teilte Kunstfest-Leiter Christian Holtzhauer mit. Damit stehe "Thüringens größtes Festival für zeitgenössische Künste und eines der deutschlandweit bekanntesten Kulturfestivals vor dem Aus". Laut Holtzhauer kommen von der Stadt jährlich 250.000 Euro und vom Land Thüringen 650.000 Euro. Sollte die Stadt Weimar kein Geld mehr geben, falle auch die Landesförderung weg.

Ein Sprecher der Stadtverwaltung bestätigte, dass die Zukunft des Festes Gegenstand der Haushaltsberatungen sei, aber noch keine Entscheidung vorliege. "Es wird bis zur letzten Minute gerungen", sagte er. Weimars Oberbürgermeister Stefan Wolf hat sich bisher immer für den Erhalt des Kunstfestes eingesetzt, räumte jetzt aber ein, dass die Stadt auf einen einen ausgeglichenen Haushalt achten müsse.

Renommiertes Festival

Kunstfest-Intendantin Nike Wagner Foto: Martin Schutt

Nike Wagner prägte das Kunstfest viele Jahre

Das Kunstfest Weimar wurde 1990 als eine der ersten deutsch-deutschen Kulturinitiativen nach dem Untergang der DDR gegründet. Von 2004 bis 2013 leitete Nike Wagner, Urenkelin des Komponisten Richard Wagner, das Festival und machte es weit über die regionalen Grenzen hinaus bekannt. Sie legte den Fokus stark auf die Musik, während ihr Nachfolger Christian Holtzhauer das Kunstfest wieder mehr für alle Künste öffnete.

Die Einstellung des Kunstfests gerade im Jahr 2019 wäre für Weimar und für ganz Thüringen nicht nur ein großer Verlust, sondern eine Blamage – jähre sich dann doch die Verabschiedung der Weimarer Verfassung sowie die Gründung des Bauhauses in Weimar zum 100. Mal, betonte Holtzhauer. "Weimar wird dann erneut im Fokus einer weltweiten geschichts- und kulturinteressierten Öffentlichkeit stehen. Als international ausgerichtetes und genreübergreifend arbeitendes Festival wäre das Kunstfest Weimar wie kaum eine andere Kulturinstitution in der Lage, mit künstlerischen Arbeiten die Bedeutung dieser historischen Ereignisse für unsere Zeit zu untersuchen."

2015 besuchten mehr als 29.000 Menschen das Kulturfestival. Am Mittwoch (27.4.), dem Tag, an dem auch die Stadt über die weiter Finanzierung berät, will Holtzhauer das Programm für 2016 vorstellen.

suc/stu (dpa/MDR)

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