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Kunst

Kunstaktion "Monument": Ein Stück Aleppo in Dresden

Mit drei hochkant aufgestellten Bussen mitten in Dresden will der deutsch-syrische Künstler Manaf Halbouni an den Krieg in Aleppo erinnern. Doch die Eröffnung des Kunstwerks wurde von Hunderten Pegida-Anhängern gestört.

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Geteiltes Echo auf Dresdner "Monument"

Bei der Eröffnung des Kunstwerks "Monument" waren viele Kritiker zugegen. Mehrere hundert Menschen, die der rechten Pegida-Bewegung nahestehen, störten sie lautstark mit Buh-Rufen. Sie nannten Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert einen "Heuchler" und "Volksverräter" und die bezeichneten die Installation als "Müll" und "Schrott".       

Deutschland | Einweihung der Skulptur Monument vor der Frauenkirche in Dresden (picture-alliance/dpa-Zentralbild/S. Kahnert)

Anhänger der rechten Pegida-Bewegung störten die Eröffnung des Kunstwerks in Dresden

Dirk Hilbert, der ein Grußwort zur Eröffnung sprach, zeigte sich angesichts der aufgeheizten Stimmung, nicht überrascht über den Protest. Er selbst ist, als prominenter Unterstützer der Aktion, sogar Morddrohungen ausgesetzt und steht unter polizeilichem Schutz. Dennoch sei Dresden genau der richtige Ort für eine solche Installation, die sich mit den Thema Krieg und Flucht auseinandersetzt, meint er.

Ein Zeichen für den Frieden

Die Installation mit dem Titel "Monument" besteht aus drei Bussen, die vor der Dresdner Frauenkirche in den Himmel ragen. Sie soll an ein Foto erinnern, das 2015 um die Welt ging: In der syrischen Stadt Aleppo stellten Bürger Buswracks mitten auf einer Straße hochkant auf, um sich vor den Schüssen der Scharfschützen in Sicherheit zu bringen. Damit entstand ein Monument des Widerstandes. Auf dieses Monument verweist der deutsch-syrische Künstler Manaf Halbouni mit seinem Kunstprojekt.

Deutschland | Aufbau der Skulptur Monument vor der Frauenkirche in Dresden (picture alliance / Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa)

Manaf Halbouni beim Aufbau seiner Installation "Monument" in Dresden

Ursprünglich wollte er ebenfalls drei Buswracks hochkant vor der Dresdner Frauenkirche aufstellen. Schließlich entschied er sich aber dafür, ausrangierte Linienbusse zu verwenden, die zwar nicht mehr durch die Stadt fahren, aber eben auch keine Wracks sind.

Die Unterscheidung sei ihm wichtig, teilte das Kunsthaus Dresden, einer der Sponsoren des Projekts, auf Anfrage mit. Schließlich lebten die Deutschen im Frieden - und nicht im Krieg, wie die Menschen in Syrien.

Der 1984 in der syrischen Hauptstadt Damaskus geborene Manaf Halbouni ist Absolvent der Dresdner Hochschule für Bildende Künste. Er will mit seinem Kunstprojekt ein Zeichen für Freiheit, Frieden und Menschlichkeit setzen, betont er immer wieder. Und er hofft, dass auch Aleppo eines Tages wieder aufgebaut werden kann, wie Dresden nach dem Zweiten Weltkrieg.

Proteste schon vor der Eröffnung

Schon vor dem Aufbau des Kunstwerks, das noch bis zum 5. März zu sehen ist, hat es massenweise Proteste von rechter Seite gegeben. Anhänger der Pegida-Bewegung und der rechts-nationalen Partei AfD kritisierten das Projekt scharf. Die Dresdner AfD bezeichnete die Installation als "Schrott" und unterstellte Manaf Halbouni, die Kunstfreiheit zu missbrauchen. Sie fürchtet, dass solche Aktionen die Stadt weiter spalten und spricht von einem "Anschlag auf unsere Identität". 

nw/rey (epd, Kulturpaten Dresden)

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