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Kunst

Picasso war ein Künstler – ohne Zweifel. Doch ist ein Straßenmaler auch einer? Wer ein Künstler ist und wo Kunst anfängt, ist häufig schwer zu sagen. Eines steht jedoch fest: Kunst löst Gefühle aus.‎

"Kunst" heißt diese Woche unser Stichwort, aber wir werden nicht das Kunststück fertig bringen, in nur vier oder fünf Minuten zu erklären, was Kunst denn nun eigentlich ist. Kunststück allerdings können wir erklären.

Das ist doch keine Kunst! Oder doch?

Es ist ein Wort aus der Akrobaten- und Zirkussprache. Wer ein Kunststück zeigen kann, verfügt über ganz bestimmte Fertigkeiten. Stellen Sie sich einen Jongleur vor und Sie wissen, was gemeint ist. Wenn man Ihnen aber einen einzigen Ball zuwirft, den Sie sicher auffangen, so ist dies wahrlich "keine Kunst". Noch nicht einmal ein Trick. Über Tricks verfügen die Illusionskünstler. Die Magier und Zauberer. Die Meister der "Schwarzen Kunst".

Was ist aber nun die Grundbedeutung von Kunst? Klammern wir uns an die Sprache. Das Wort ist ein Verbalabstraktum zu "können." Von daher erklärt sich die etwas ausgeleierte Floskel "Kunst kommt von können". Aber da ist natürlich etwas dran. Denn ein Kunstprodukt herzustellen – nehmen wir eine Steinplastik – erfordert natürlich Können, Fertigkeiten und Wissen um das Material, die richtigen Werkzeuge, Arbeitstechniken und so weiter.

Handwerkskunst

Zu Recht käme an dieser Stelle der Einwand, über Können und Wissen müsse jeder gute Handwerker genauso verfügen. Das ist richtig. Nur: Was macht der Handwerker, was der Künstler? Nehmen wir einen Schreiner. Er kann und weiß viel, schreinert Tische, Schränke, Betten, Regale. Darüber hinaus berät er fachkundig seine Kunden.

Eines Tages baut er einen kunstvollen Tisch mit Einlegearbeiten aus verschiedenen Hölzern, da gibt es Schubladen, die fast nicht zu sehen sind und hast du nicht gesehen, lässt sich so ein Tisch auf die doppelte Fläche ausziehen. Könnte man diesen Schreiner oder diese Schreinerin nicht als Kunstschreiner bezeichnen? Aber ja doch.

Kunsthandwerk

Nun geht es aber weiter. Eines Tages möchte unser Handwerker etwas ganz Besonderes machen. Da er in seiner Lehre mit Holzwerkzeugen umzugehen gelernt hat, wird er ein bestimmtes Holzstück nehmen und es so bearbeiten, wie er will.

Vielleicht – und da streifen wir das, was christliche beziehungsweise religiöse Kunst genannt wird – vielleicht macht er aus seinem Holzstück eine Madonna, einen Engel, eine Christusfigur. Vielleicht schnitzt er Tiere oder Gefäße, Schalen oder Fantasiefiguren – also profane Kunst. Handwerk, Kunsthandwerk, Kunst. Die Grenzen sind fließend.

Kunst ist künstlich

Was Kunst ist, kann man nicht lernen, aber einige der Voraussetzungen für künstlerisches Schaffen sind durchaus erlernbar. An den Kunstschulen, den Kunstakademien, den Musikhochschulen. Kunst ist, so banal sich das anhört, etwas künstlich Geschaffenes.

Das heißt, Kunst ist niemals Natur, sie ist sicht-, fühl-, hörbarer Ausdruck menschlichen Gefühls dessen, der sie geschaffen hat. Zu pathetisch? Aber was lässt uns dann innehalten vor einem Gemälde ganz gleich welcher Kunstrichtung? Weshalb möchten wir die Skulptur aus Stein berühren? Einer Musik zuhören?

Stille Freude

Vielleicht deshalb: Kunst tut gut. Da geschieht etwas mit der Kunst und uns. Was, wird jeder selbst am besten wissen. Oft stellt sich ganz einfach eine stille Freude ein. Oder Begeisterung. Oder Nachdenklichkeit. Oder alles zusammen. Und das geht dem Künstler ganz genauso.

Fragen zum Text

Ein Kunststück zeigen kann jemand, der …

1. keine Fertigkeiten hat.

2. über ganz bestimmte Fertigkeiten verfügt.

3. alles kann.

Kunst kommt von …

1. können.

2. kundig.

3. kunterbunt.

Künstlerisches Schaffen erlernen kann man …

1. an bestimmten Schulen, Akademien und Hochschulen.

2. in Fußballvereinen.

3. an Sprachschulen.

Arbeitsauftrag

Beschreiben Sie Ihr Lieblingsbild in einem kleinen Aufsatz und begründen Sie, warum Sie das Bild mögen.

Autor: Michael Utz

Redaktion: Beatrice Warken

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