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Filme

Kunst und Kalter Krieg

In Los Angeles gibt es jetzt die erste Ausstellung über Kunst in Ost und West zwischen 1945 und 1990. Zum richtigen Zeitpunkt.

Installation aus Gemälden von Sigmar Polke aus den 60ern

Installation aus Gemälden von Sigmar Polke aus den 1960ern

In den USA ist man ist wieder neugierig auf deutsche Kunst - vor allem auf die aus dem Osten des Landes. Ausgelöst worden sei das Interesse durch den Erfolg der so genannten Neuen Leipziger Schule und des Malers Neo Rauch, sagt der Berliner Kurator Eckhart Gillen: "Dadurch kam die Frage auf, woher das eigentlich alles kommt, wer die Väter und Mütter dieser Kunst sind." Gillen hat die Ausstellung "Art of two Germanys/ Cold War Cultures" zusammen mit Stephanie Barron, Kuratorin am Los Angeles County Museum (LACMA) organisiert.

Typisch für die Zeit

Bild des Leipziger Malers Neo Rauch mit dem Titel Fuge

Erfolgsschlager Neo Rauch

Die beiden gingen aber nicht nur der Ost-Kunst-Frage nach, sondern noch einen Schritt weiter. Die von ihnen konzipierte Ausstellung zeigt Werke von 120 Künstlern, die zwischen 1945 und 1990 in Ost- und Westdeutschland typisch waren für die Zeit des so genannten Kalten Krieges. "In den USA gab es noch nie eine Ausstellung, die überhaupt mal die gesamte deutsche Kunst nach 1945 in DDR und BRD zeigt. Das ist für Amerikaner weit weg und schwierig. Sie kennen nur die jüngeren Entwicklungen, etwa Jörg Immendorf, Sigmar Polke, Anselm Kiefer, Georg Baselitz oder Joseph Beuys."

Das hat sich geändert, unter anderem eben wegen Neo Rauch. Die 1,2 Millionen teure Schau der mehr als 300 Gemälde, Installationen, Skulpturen, Fotos und Filme soll deshalb mehr als eine Kunstausstellung sein. "Ich denke, dass in der Sprache der Kunst viel differenzierter über die Verhältnisse des Kalten Krieges gesprochen wurde", sagt Eckhart Gillen.

Porträt des Künstlers Joseph Beuys

Joseph Beuys war prägend für die moderne deutsche Kunst

"Künstler sind sensible Seismographen der Stimmungen. Wenn man die Ausstellung anschaut, dann kann man erleben, wie die gesellschaftlichen und politischen Stimmungen in beiden Teilen Deutschlands zwischen 1945 und 1990 waren."

Geschichte erleben

Ab dem 25. Januar wird die Ausstellung in Los Angeles, im "Broad Contemporary Art Museum", einem Neubau auf dem Gelände des LACMA, zu sehen sein. Unter dem Titel "Kunst und Kalter Krieg - Deutsche Positionen 1945 -1989" macht sie dann ab dem 23. Mai in Nürnberg und ab dem 3. Oktober in Berlin Station. Beides sind geschichtsträchtige deutsche Daten. Am 23. Mai ist es 60 Jahre her, dass die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland in Kraft trat, und am 3. Oktober 1989 jährt sich der Fall der Mauer und damit das Ende des Kalten Krieges zum zwanzigsten Mal.

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