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Kultur

Kunst ganz privat

Abseits der großen Galerien stehen sie - kleine Galerien und Kunsträume. Fernab des Establishments ist die Keimzelle der Avantgarde-Kunst. Wir zeigen eine Auswahl. Und stellen deren Macher vor. Zum Beispiel: Vier Wände.

Die Galerie Vierwände aus Münster (Foto: Sebastian Witte)

"Keine hochnäsige Szene": Lukas Ley in der "Galerie" Vier Wände

Kunst gehört in ein Museum oder eine Galerie, damit sie jeder sehen kann. Stimmt das? Schließt man nicht gerade dann ein bestimmtes Publikum aus? Und was macht eigentlich ein unbekannter Künstler, der gar nicht die Möglichkeiten und Kontakte hat, um in einem Museum auszustellen?

Fünf Münsteraner Studenten zwischen 20 und 22 Jahren haben sich genau diese Fragen durch den Kopf gehen lassen. Und kamen zu einer simplen Lösung: Man müsste die Kunst samt Künstler und Publikum einfach nach Hause holen und sie dort erleben können.

Mit den Regeln brechen

Das Credo der Macher lautet: Keine Eintrittspreise, keine hochnäsige Szene. "Vier Wände", das sind allesamt weder Fachleute noch Kunststudenten. Sie hatten einfach Lust, mit den bestehenden Regeln der Szene zu brechen. Die Kunstobjekte sollten jeweils einen Monat lang in einer Wohnung ausgestellt werden und zu festgelegten Zeiten, die die Bewohner bestimmen, für Besucher zu sehen sein. Die erste Wohngemeinschaft, in der die "Vier Wände" gastierten, waren die Räumlichkeiten von Lukas Ley und Isabelle Klein, die beide zum Team der Aussteller gehören.

"Es haben wirklich Leute um ein Uhr nachts geklingelt und wollten noch eine Führung haben. Die haben sie auch bekommen", sagt Ley. Mit den Öffnungszeiten nehmen es die Aussteller eben nicht so genau.

Die Galerie Vierwände aus Münster Foto: Sebastian Witte)

Vorne Bilder, hinten Wohnen

Kleine Kunstschau in den eigenen vier Wänden

Die Grundidee zu den "Vier Wänden" stammt von Ley. 2008 ließ er sich von Wohnzimmerkonzerten in Studenten-WGs inspirieren. Er interessiert sich selbst für Musik, spielt Gitarre und Kontrabass. Ley liebt kleine Konzerte und dachte sich, wie diese Konzerte könnte man auch kleine Kunstschauen organisieren.

Foto: Sebastian Witte)

Öffnungszeiten, wenn jemand da ist

Weg vom elitären Gehabe

Die Idee, irgendwann einmal eine richtige Galerie aufzubauen, ist den "Vier Wände"-Machern fremd. Sie haben Zeit, sie haben Idealismus - mehr ist nicht nötig. Verkauft wird auf den Ausstellungen ohnehin nicht viel - netzwerken und Kunst betrachten stehen im Mittelpunkt. Jede Vernissage soll auch Spaß machen: Sie ist gleichzeitig eine Party mit DJ.

Vier Wände - die Fünfte

Streetart, Scherenschnitte und Graffiti - theoretisch kann alles ausgestellt werden, was durch die Wohnungstür passt und die Bewohner in ihrem Alltag nicht behindert. Beim letzten Mal lockte die Ausstellung etwa 120 Besucher an, die sich bis in den späten Abend über die Werke unterhielten. Die neue Ausstellung der Fotografin Anne Aufenberg startet am 26. Juli mit einer Vernissage in der Meppenerstraße in Münster.

Autor: Sebastian Witte

Redaktion: Elena Singer

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